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Stadt Hannover Linke distanziert sich von eigenem Bezirksratsherrn
Aus der Region Stadt Hannover Linke distanziert sich von eigenem Bezirksratsherrn
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16:14 21.11.2018
Der Emmichplatz wird künftig Neues Haus heißen. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Die Umbenennung des Emmichplatzes in „Neues Haus“ hat ein politisches Nachspiel. Die hannoversche Linke distanziert sich von ihrem eigenen Mandatsträger im Bezirksrat, Axel Hogh. „Wir haben ihn mehrmals gebeten, für den Namen Alma-Rosé-Platz zu stimmen, daran hat er sich nicht gehalten“, sagt Hannovers Linken-Parteichef Johannes Drücker. Damit habe Hogh gegen den Beschluss der Mitgliederversammlung gehandelt. „Wir haben eine andere Haltung zur Namensänderung“, betont Drücker. In den sozialen Netzen wird Hogh und mit ihm die Linke derzeit stark kritisiert.

Im Netz wird Hogh vorgeworfen, die Benennung des Platzes nach einer jüdischen Musikerin, die im KZ Auschwitz Leben rettete, verhindert zu haben. Manche Kommentatoren lassen sich hinreißen, der Linke Antisemitismus zu unterstellen. Hoghs Enthaltung bei der Abstimmung für Alma Rosé sei „katastrophal falsch“ gewesen, heißt es. Brisanz bekommt das Votum des Bezirksrats auch dadurch, dass Bezirksratsfrau Gunda Pollok-Jabbi, einst Mitglied der Linken, jetzt parteilos, für Neues Haus und gegen Alma Rosé stimmte. Pollok-Jabbi hatte vor einem Jahr gefordert, den Emmichplatz umzubenennen – damals noch im Namen der Linken.

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Den Namen Alma Rosé hatten die Grünen ins Spiel gebracht. Hogh argumentierte in der Bezirksratssitzung am Montag, dass er dem Vorschlag zwar viel abgewinnen könne, er aber nicht gegen den Bürgerwillen votieren wolle. In einer Umfrage der Stadtverwaltung hatten sich Anwohner mehrheitlich für „Neues Haus“ ausgesprochen. Hogh enthielt sich der Stimme, neun Bezirksratsmitglieder votierten für Alma Rosé (SPD, Grüne), neun dagegen (CDU, FDP, Pirat Jürgen Junghänel, Einzelvertreterin Pollok-Jabbi). Damit verfehlte der Grünen-Antrag seine Mehrheit. Am Ende stimmte das Gremium für Neues Haus, abgesehen von den Grünen.

Von Andreas Schinkel