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Stadt Hannover Wer kennt die unbekannte Helferin aus Hannover?
Aus der Region Stadt Hannover Wer kennt die unbekannte Helferin aus Hannover?
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10:02 25.10.2016
Von Conrad von Meding
Fit wegen häufiger Spaziergänge: Ingeborg Becker möchte der Helferin ihren Dank aussprechen. Quelle: Schaarschmidt
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"Ich habe ein Bedürfnis, mich zu bedanken – aber ich finde die Person nicht, der ich danken will", sagt sie. Es war ein regnerischer Tag, der Boden war feucht, als Becker in ihren Heimatstadtteil Wettbergen fuhr, um ihren Steuerberater aufzusuchen, und danach zum Ricklinger Friedhof. Dort befindet sich das Grab ihres vor fast 20 Jahren gestorbenen Mannes, sie wollte ihm Blumen bringen. Doch vor dem Friedhofseingang stürzte sie schwer. Eine Baustelle und Sand auf dem Gehweg waren wohl Mitschuld daran, „denn eigentlich bin ich gut zu Fuß“, sagt sie: „Die vielen Spaziergänge im Tiergarten halten mich fit.“

Wie schwer der Sturz war, das signalisierte ihr der starke Schmerz, doch wirklich klar wurde ihr das erst, als ihr rechter Arm stark anschwoll und sie ins Vinzenz-Krankenhaus zur Diagnose kam. Der Ellenbogen gebrochen, die Schulter auch.

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Woran sie sich gut erinnert: Eine Frau kam aus einem Haus und half ihr auf. „Haben Sie keine Angst, ich bin Ärztin“, sagte die Unbekannte. Sie nahm sie mit zu sich, gab ihr zu trinken und eine Schmerztablette. Eine besonders schöne Rassekatze habe es dort gegeben, sagt Ingeborg Becker, „mit braunen Pfoten und braunen Ohren“, ein Mann und eine Teenagerin seien noch hinzugekommen. Dann fuhr die Ärztin sie erst ins Wohnstift Birkenhof in Kirchrode, wo die Seniorin seit zwei Jahren lebt, und, weil der Arm so stark anschwoll, gleich weiter ins Krankenhaus.

Der Vorfall ereignete sich bereits im Mai. Zweimal war Ingeborg Becker seitdem am Friedhof, sie hat nach dem Haus gesucht, in das die Ärztin sie gebracht hatte, aber sie fand es nicht. In allen Blumengeschäften am Friedhof hat sie nachgefragt, ob jemand die Ärztin kennt, überall ihre Telefonnummer hinterlassen – ohne Erfolg bisher.

In einer Zeit, in der man immer öfter hört, dass hilflosen Menschen nicht geholfen wird, will Ingeborg Becker sich bedanken. „Ich habe schon ein Katzenbuch gekauft. Die Frau ist bestimmt viel beschäftigt und könnte sich an einem Strauß Blumen vielleicht nicht wirklich freuen. Aber sie scheint ja Katzenliebhaberin zu sein“, sagt die Seniorin. Seit 1984 ist Ingeborg Becker Leserin der HAZ, jetzt versucht sie es auf diesem Wege, ihre Helferin zu finden.

Update: Die Helferin wurde mittlerweile gefunden. Mehr dazu hier.

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