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Stadt Hannover Ein Gymnasium, das keiner will, aber das doch sein muss
Aus der Region Stadt Hannover Ein Gymnasium, das keiner will, aber das doch sein muss
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00:15 21.05.2019
Hannover bekommt ein 18. Gymnasium. Braucht die Stadt eine weitere Schule? Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Das hat gedauert. Und am Ende steht fest, was eigentlich von Anfang an schon klar war: Hannovers 18. Gymnasium kommt nach Bemerode. Der Standort ist alternativlos, ein anderes passendes Grundstück hat die Stadt auch gar nicht in ihrem Besitz. Und das ist ein Problem. Denn genauso wichtig wie die Gründung eines neuen Gymnasium wären weitere hunderte nicht-gymnasiale Schulplätze, vor allem in den Jahrgängen 6 bis 8. Anders gesagt: Hannover braucht mehr als nur ein neues Gymnasium.

Ein Dilemma, aus dem sich die Stadtpolitik nicht befreit hat

Es ist ein Dilemma, in dem sich die Stadtpolitik von Anfang an befunden hat und aus dem sie sich nicht befreien konnte – was letztlich auch seinen Ausdruck darin fand, dass der Schulausschuss für das neue Gymnasium votierte, aber so ziemlich jeder dabei zu Protokoll gab, das Gymnasium nicht wirklich zu wollen.

Auf den Punkt gebracht bedeutet das Dilemma: Es gibt eine rechtliche Anforderung an die Schullandschaft und eine realitätsnahe – und beide sind nicht vereinbar. Die Rechtslage ist klar: Wenn mehr als die Hälfte der Eltern für ihre Kinder nach der Grundschule einen Gymnasialplatz wünscht, dann muss der Schulträger diese Plätze vorhalten – also notfalls ein neues Gymnasium gründen.

Wohin mit den Kindern, die am Gymnasium scheitern?

Doch die Realität sieht anders aus: Mindestens 300 Schüler werden Ende des Schuljahres, also in sechseinhalb Wochen, die Gymnasien verlassen müssen, weil ihre Leistungen nicht ausreichen. Und plötzlich sind die Gymnasialklassen nicht mehr übervoll.

Das Problem der mangelnden Schulplätze in den höheren Jahrgängen ist indes seit Langem bekannt. Alle Parteien haben beteuert, dass weitere Plätze nötig seien. Nur: Konkrete Beschlüsse oder gar Pläne gibt es bislang nicht. Stattdessen streiten die Kommunalpolitiker darum, ob denn statt des 18. Gymnasiums nicht lieber eine andere Schulform errichtet werden solle. Doch würde man etwa eine Integrierte Gesamtschule gründen, bliebe trotzdem der rechtliche Druck bestehen, aufgrund der hohen Anmeldezahlen ein weiteres Gymnasium zu errichten.

Hannover braucht zwei neue Schulen

Tatsächlich braucht Hannover nicht ein Gymnasium oder eine andere Schule, die die Schüler bis zur 10. Klasse führt – sondern beides. Und warum kann dies nicht eine moderne Realschule sein, wie es zum Beispiel die CDU vorschlägt?

Was Hannover dagegen nicht braucht, ist eine erneute Diskussion über den freien Elternwillen, der es Menschen erlaubt, ihre Kinder an Gymnasien anzumelden – egal wie gut der Notendurchschnitt in der Grundschule ist. Wer erlebt, wie in Bayern schon Drittklässler für weitere Aufnahmeprüfungen am Gymnasium gedrillt werden, weiß das niedersächsische Schulgesetz zu schätzen. Denn es gibt sie, die Kinder, die das Abitur am Gymnasium schaffen, obwohl sie in der Grundschule noch schlechte Leistungen gezeigt haben.

Von Saskia Döhner

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