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Stadt Hannover Alyeh ist Niedersachsens erste Parkettlegerin
Aus der Region Stadt Hannover Alyeh ist Niedersachsens erste Parkettlegerin
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18:00 22.11.2018
Alyeh ist vor drei Jahren aus Afghanistan geflohen – inzwischen spricht sie schon sehr gut Deutsch und hat eine Ausbildung begonnen. Quelle: Foto:privat
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Vahrenheide

7 Uhr morgens in der Werkstatt des Meisterbetriebs Spechtparkett: Werkzeug und Material stapeln sich in hohen Regalen, es riecht nach Holz, ein Radio läuft und die Handwerker besprechen den anstehenden Arbeitstag. Ruhig und konzentriert schiebt die 19-jährige Alyeh eine Holzleiste an das Blatt der Kreissäge. Ein Zollstock ragt aus ihrer Arbeitshose, als sie anschließend stolz durch ihren Betrieb führt. Seit Sommer 2017 absolviert sie hier eine Ausbildung zur Parkettlegerin – zurzeit als einzige Frau in ganz Niedersachsen.

Bis dahin hatte sie erst seit zwei Jahren in Deutschland gelebt – und das deutsche Schul- und Ausbildungssystem war neu für Alyeh und ihre Familie. Aus Afghanistan mussten sie 2015 fliehen und leben seit rund zwei Jahren in der Johanniter-Flüchtlingsunterkunft Vahrenheide.

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Blockweise lernt Alyeh jetzt im Betrieb Spechtparkett in Hannover-Vahrenheide und in der Berufsschule in Stade ihr Handwerk. Der praktische Teil ihrer Lehre macht Alyeh besonders viel Spaß. „Wir tragen zwar oft schwer, aber ich mag das“, sagt sie, „und nach getaner Arbeit schauen wir auf das fertige Parkett und sehen, wie schön es geworden ist. Das ist das Beste.“

21 Uhr auf dem Hof des Flüchtlingswohnheims Vahrenheide: Reisgerichte, Gebäck, Salate und gebratenes Fleisch türmen sich auf einer langen Tafel. Zum Iftar-Fest – dem muslimischen Fastenbrechen – haben die Bewohner eine großes Büfett aufgebaut. Im Hintergrund läuft afghanische Musik, eine Gruppe Männer tanzt. Alyeh sitzt mit ihrer Familie an einem der Tische, unterhält sich, isst und lacht. Sie trägt ein traditionelles afghanisches Kleid mit Schleier. „Weil ein besonderer Tag ist“, sagt sie. Auch der ehrenamtliche Helfer Norbert Goldenstein feiert mit. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Angela hat er bei Alyehs Ausbildungsplatzsuche unterstützt. Das Paar engagiert sich freiwillig im Nachbarschaftskreis Vahrenheide. Seit vielen Jahren waren die beiden bereits in ihrer Kirchengemeinde aktiv, als sie 2015 der Aufruf erreichte, in dem gerade eröffneten Johanniter-Flüchtlingswohnheim zu helfen. „Das hat insgesamt einen sehr guten Eindruck gemacht, sehr geplant und sortiert, und wir hatten auch von Anfang an das Gefühl, dass die Johanniter ziemlich genau wissen, was sie tun“, erzählt Norbert Goldenstein. Beiden ist wichtig, dass ihr Einsatz nachhaltig einen Effekt hat. „Wir möchten, dass die Menschen integriert werden und das geht nur, wenn sie die Sprache können.“ So begannen sie – beide pensionierte Lehrer für Naturwissenschaften – im Flüchtlingswohnheim Deutschunterricht zu geben. Hier trafen sie Alyeh. In dem Deutschkurs der Goldensteins hatten Alyeh und ihre jüngere Schwester Anahita zunächst keinen Platz ergattern können. Weil die Mädchen sich aber nicht abwimmeln ließen, machten die Ehrenamtlichen schließlich doch eine Ausnahme. „Drei Wochen hintereinander: Jedes Mal standen die beiden da und haben gefragt, ob sie nicht doch noch mitmachen können“, erzählt Angela Goldenstein. „Und sie haben uns jedes Mal auf Deutsch gefragt und das Deutsch ist immer besser geworden“, ergänzt Norbert Goldenstein.

18.30 Uhr an einem anderen Tag im Wohnzimmer des Ehepaars Goldenstein: Bei Kaffee und Kuchen erzählt Alyeh, wie hart sie sich diese ersten Deutschkenntnisse erkämpft hat. Schon während ihrer ersten Wochen in Deutschland bemühte sie sich, die Sprache zu lernen. In der Erstaufnahmeeinrichtung brachte sie sich selbst mit einem Wörterbuch die ersten Brocken Deutsch bei und testete die neuen Worte im Gespräch mit Security-Mitarbeitern. „Ich habe einfach so oft gesprochen, wie ich konnte“, sagt sie. Schon bald gab Alyeh ihr Wissen an andere Frauen in der Unterkunft weiter und veranstaltete kleine Deutschkurse. Bei den wöchentlichen Treffen mit den Goldensteins geschieht das Deutschlernen mittlerweile eher nebenbei. „Wir unterstützen bei allem, was anliegt“, sagen die Freiwilligen. Die Beziehung zwischen den beiden Ehrenamtlichen und der jungen Frau ist gewachsen. „Man kann wirklich sagen: Freundschaft“, sagt Angela Goldenstein. Ihr erstes Ehrenamt hat Alyeh auch bereits übernommen. Im Sommer unterstützte sie bei einer Ferienfreizeit der evangelischen Kirche als Verantwortliche für die Küche. 45 Personen hat sie dort zwei Wochen lang verpflegt.

Von sta