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Stadt Hannover Sauberkeit lässt noch zu wünschen übrig
Aus der Region Stadt Hannover Sauberkeit lässt noch zu wünschen übrig
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00:24 26.11.2018
Einsatz im Vahrenwalder Park: Aha-Mitarbeiter reinigen öfter. Quelle: Bauch
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Vahrenwald-List

Das neue Sicherheits- und Ordnungskonzept der Stadt stößt bei Bürgern und Bezirksrat auf breite Zustimmung. Stadtkämmerer Axel von der Ohe hat in der jüngsten Sitzung des Gremiums Vahrenwald-List eine kleine Bilanz der Initiative für Sicherheit und Sauberkeit gezogen. Demnach ist das subjektive Sicherheitsgefühl in den Stadtteilen mit rund 85 Prozent hoch, bei Sauberkeit indes „gibt es Luft nach oben“ . Die Neuregelung für Straßenmusiker komme vor allem bei den Beschäftigten im Einzelhandel nicht ganz so gut an, erklärte von der Ohe. „Für diejenigen, die der Straßenmusik regelmäßig ausgesetzt sind, bedeutet das auch ein Stressfaktor“, so der Stadtkämmerer.

Die Präsenz von Polizei, Ordnungsdienst und Verkehrsaußendienst werde von den Bürgern positiv angenommen, betonte von der Ohe. „Wir sehen allerdings auch Handlungsbedarf, die Einsatzzeiten auszuweiten.“ Vor allen in den Bereichen Raschplatz und Vahrenwalder Park mache es Sinn, zwei Stunden länger bis Mitternacht im Einsatz zu sein. „Es ist eindeutig auch mehr polizeiliche Präsenz erwünscht.“ In punkto Sauberkeit gab es zu Beginn des Konzeptes viel Kritik, mittlerweile hat die Verwaltung einiges investiert, um die Einsätze zu intensivieren. „Kehrmaschinen fahren öfter, auch der City-Handreinigungsdienst wurde erweitert“, sagte von der Ohe. Und für die Beseitigung von Wildwuchs wurden stadtweit 300.000 Euro zur Verfügung gestellt – die allerdings noch nicht in allen Stadtteilen angekommen sind.

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Der Müll kommt wieder wöchentlich weg

Einen heißen Sommer lang hat die Müllabholung eine Straße im Stadtbezirk Vahrenwald-List gespalten. Auf der Vahrenwalder Seite der Linsing­enstraße wurden Altpapier und Plastikmüll nur alle 14 Tage abgeholt, die Lister Seite indes wurde wöchentlich bedient. Jahrelang durften auch die Vahrenwalder Anwohner ihre Säcke wöchentlich vor die Tür stellen, doch kurz vor dem Sommer war plötzlich Schluss, es griff wieder der offizielle Abholrhythmus –14-tägig in Vahrenwald. Die Bürger protestierten und pochten auf das Gewohnheitsrecht. Der Abfallwirtschaftsbetrieb hat jetzt eingelenkt. „Wir holen die Säcke an der Linsingenstraße wieder beidseitig wöchentlich ab“, erklärte Andreas Hübner, Teamleiter der Abfallfahndung von Aha, in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Vahrenwald-List. sub

Auch die Abfallfahnder von Aha haben Verstärkung bekommen. Vier Teams sind unter der Woche unterwegs, um illegalen Müll zu beseitigen, am Wochenende ist ebenfalls ein Team im Einsatz. Die personelle Aufstellung des neuen Ordnungsdienstes ist so gut wie abgeschlossen. Von den geplanten 49 Mitarbeitern, sind bereits 40 unterwegs. Im Stadtbezirk Vahrenwald-List sind die Schwerpunkte der Einsätze der Moltkeplatz, Vahrenwalder Park sowie die Lister Meile. Dort arbeiten die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes eng mit der Polizei zusammen, etwa was das unerlaubte Radfahren in der Fußgängerzone betrifft. Gisela Witte (Grüne) hat noch ein paar Wünsche auf der Liste. „Mehr Abfallkörbe wären hilfreich, außerdem sollte der ruhende Verkehr beobachtet werden. Es wird oft gefährdend geparkt im Viertel.“

Bußgelder haben die Einsatzkräfte im Stadtbezirk noch nicht oft verteilt, „sie dürften auch in Zukunft das Stadtsäckel nicht füllen“, sagte der Stadtkämmerer. Ab Januar 2019 will die Verwaltung stadtweit eine eigene Nummer für den Ordnungsdienst installieren. Dort sind Bürger dann gleich an der richtigen Adresse.

Kommentar: Das Dixi-Klo am Molkeplatz

Seit etwa sechs Wochen steht es dort am Rande des Moltkeplatzes: Das blaue Dixi-Klo. Keiner weiß genau wieso, denn in der Nähe ist weder eine Großbaustelle, noch eine Straßensanierung oder eine lang angelegte Umzugsaktion. Auch die Toilettenanlage auf dem Spielplatz funktioniert einwandfrei. Manche nervt das mobile Örtchen, weil es einen weiteren illegalen Parkplatz auf dem breiten Fußweg blockiert. Andere stören sich ganz grundsätzlich an der Plastikkabine und die dafür vorgesehene Nutzung. Inzwischen scheinen sich die Nachbarn an das Dixi-Klo gewöhnt zu haben. Ganz selbstverständlich sieht man dort Menschen ein- und ausgehen, die sonst vermutlich ins Gebüsch gepinkelt hätten oder drei Stockwerke bis zum eigenen Altbauklo überwinden müssten. Es wird also gewissermaßen gut angenommen, ein Fakt, den manch andere Einrichtung liebend gern für sich beanspruchen würde. Auf Nachfrage bei der Sanitärsysteme-Firma ist zu erfahren, dass ein Bauvorhaben in der Nähe beabsichtigt ist – wann und wo genau darf aus Datenschutzgründen nicht übermittelt werden. Nach Beendigung würden die Kabinen in der Regel zehn Tage später wieder weggeschafft. In den vergangenen Tagen ist der Zulauf etwas zurückgegangen. Allerdings unfreiwillig – der Nachtfrost hat den Türmechanismus blockiert. Bis die Bauarbeiter irgendwann kommen, ist es ja vielleicht wieder wärmer. sub

Von Susanna Bauch