Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Vereine kritisieren Sportpolitiker aus Hannover
Aus der Region Stadt Hannover Vereine kritisieren Sportpolitiker aus Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:24 01.08.2010
Rolf Jägersberg
Rolf Jägersberg Quelle: Martin Steiner (Archivbild)
Anzeige

Die Maschseestaffel brachte das Fass offenbar zum Überlaufen. Wieder musste Rolf Jägersberg, Vorsitzender des SV Eintracht, feststellen, dass sich nur wenige Vertreter der hannoverschen Sportpolitik bei der Veranstaltung im April blicken ließen. Das veranlasste ihn dazu, eine geharnischte Kritik an den Mitgliedern des Sportausschusses zu verfassen, die jetzt in der jüngsten Ausgabe der Vereinszeitung veröffentlicht wurde. „Lediglich bei den bisherigen Bundesliga-Heimspielen von Hannover 96 traf man die Mitglieder des Sportausschusses gelegentlich an“, heißt es da. Überhaupt fehle es den Politikern an der „Bodenhaftung zu den Sportvereinen“. Einzige rühmlich Ausnahme sei der CDU-Ratsherr Dieter Küßner.

„Ich wollte die Herrschaften des Ausschusses durch das Schreiben wachrütteln“, erklärte Jägersberg gegenüber der HAZ. Seit mehr als einem Jahr führe er immer wieder Gespräche. Da sich bislang aber nichts an der Situation geändert habe, sei ihm irgendwann der Kragen geplatzt, erklärt der Eintracht-Vorsitzender. „Es geht darum, dass die Sportler Anerkennung durch die Politik erfahren“, sagt er. Mit seiner Kritik steht Jägersberg nicht allein. Auch Hedda Petermann, Vorsitzende des VfL, beklagt, dass sich das Augenmerk der Politik meist nur auf fußballerische Großveranstaltungen richtet. „Andere Ereignisse, etwa aus der Turnsparte, scheinen nicht so interessant zu sein“, sagt sie. Ihr Kollege vom MTV Herrenhausen sieht das ähnlich. „Die Leute vom Sportausschuss lassen sich bei uns kaum blicken“, berichtet Peter Gehrke. Dabei sei es doch Aufgabe von Politikern, sich vor Ort über die Probleme und Interessen der Vereine zu informieren.

Im Sportausschuss weist man die Kritik zwar erwartungsgemäß zurück, doch völlig unbeeindruckt bleiben die Politiker nicht. „In der nächsten Sitzung werde ich das Thema ansprechen“, verspricht der Vorsitzende des Ausschusses, Stefan Politze (SPD). Vielleicht sollten sich die elf Mitglieder besser absprechen, welche Veranstaltungen der Vereine besucht werden, schlägt er vor. Grundsätzlich gibt er zu bedenken, dass die Ratspolitiker auch nur ehrenamtlich tätig seien und keinesfalls sämtliche Sportfeste und Turniere aller 360 Vereine in der Stadt abdecken könnten. „Der Eintracht-Vorsitzende hat aber recht, wenn er sagt, dass immer dieselben Nasen zu sehen sind“, meint Politze.

Neben CDU-Mann Küßner, der sich als Kümmerer der Sportvereine versteht, ist auch Marc Bindert von den Grünen eine solche „Nase“. „Die Maschseestaffel habe ich mit meinen Kindern aber besucht“, stellt er klar. Doch sein Erscheinen wurde wohl nicht bemerkt, weil er kurz vor der Siegerehrung zu einem anderen Termin hetzen musste. Bindert sieht auch den Stadtsportbund in der Pflicht, die Politiker über die Geschehnisse in den Vereinen zu informieren. „Der Verband muss aktiver werden“, fordert er.

Andreas Schinkel und Tobias Morchner

Bärbel Hilbig 01.08.2010
01.08.2010
Juliane Kaune 01.08.2010