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Stadt Hannover Brandanschlag in Garbsen: Angeklagter Syrer sagt aus
Aus der Region Stadt Hannover Brandanschlag in Garbsen: Angeklagter Syrer sagt aus
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16:07 27.12.2018
Das Oberlandesgericht Celle muss über vier Männer entscheiden, die Brandsätze auf Läden türkischstämmiger Geschäftsleute in Garbsen geworfen haben sollen. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Was trieb die vier jungen Männer an, die am 13. März zwei Geschäfte von türkischstämmigen Inhabern in Garbsen mithilfe von Pflastersteinen und Molotowcocktails angegriffen haben sollen? Am Donnerstag hat der 5. Strafsenat des Oberlandesgerichts Celle in Hannover das Staatsschutzverfahren gegen die Syrer Nabi M. (23), Sabri M. (24) und Mohammed O. (21) sowie den Iraker Khaled M. (22) fortgesetzt. Laut der Anklage der Generalstaatsanwaltschaft wollten die Angeklagten die Zielsetzungen der als terroristische Vereinigung eingestuften Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) unterstützen.

Auf zwei türkische Geschäfte an der Sandstraße in Garbsen ist offenbar ein Brandanschlag verübt worden. So sah es an der Sandstraße nach den Anschlägen aus. Der Brandanschlag galt mehreren Läden mit türkischstämmigen Besitzern. Quelle: Markus Holz

Bei seiner Einlassung wies der Angeklagte Nabi M. über seinen Anwalt Michael Tusch Verbindungen zur PKK ab. Außerdem schilderte er sein Verhältnis zu den Mitangeklagten und zu den Geschehnissen der Tatnacht. Nabi M. habe den Mitangeklagten Sabri M. auf einer Demonstration in Hannover gegen die Angriffe der türkischen Armee auf seine Heimatstadt Afrin kennengelernt. Nabi M. habe mehrfach betont „etwas gegen das Unrecht in Syrien zu tun“, lies der Angeklagte vortragen.

„Ich wurde manipuliert“

M. habe während der Angriffe große Angst um seine Eltern und Familie, die in der Kurdenstadt lebt, gehabt. „Ich habe mich zu dieser Zeit mit Alkohol betäubt“, verlas der Anwalt des 23-Jährigen. Am Vorabend des Brandanschlags hätten sich Nabi M. und Sabri M. getroffen und Alkohol getrunken. Nabi M. gab an, fast eine Flasche Wodka sowie andere Schnäpse getrunken zu haben und stark alkoholisiert gewesen zu sein. Sabri M. berichtete schließlich von seinem Plan, „es brennen zu lassen“ und fragte Nabi M., ob er leere Bierflaschen zuhause hätte. Mit den Flaschen und Spiritus habe Sabri M. die Molotowcocktails gebaut. Dann hätten sie sich mit Mohammed O. und Khaled M. getroffen und seien zur Sandstraße gezogen, wo sie die Brandsätze und Steine warfen.

Nabi M. betonte mehrfach, wie betrunken er zur Tatzeit war. „Ich wurde manipuliert und die Angst um meine Familie wurde ausgenutzt“, hieß er in seiner Einlassung. Er bedauere die Tat sehr. Die Einlassung des nächsten Angeklagten, Khaled M., wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch seinen Anwalt Benjamin Pethö vorgetragen. Wie der Verteidiger sagte, gehe die Polizei von einer Gefährdung des Mandanten aus. „Eine öffentliche Aussage über mögliche Verbindungen zu PKK könnte Repressalien für den Angeklagten nach sich ziehen“, stimmte der vorsitzende Richter Ralph Günther zu. Das Verfahren, für das bis April nächsten Jahres 19 Sitzungen terminiert wurden, soll Mitte Januar fortgesetzt werden.

Von Manuel Behrens

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