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Stadt Hannover Warum sich Südstädter so sicher fühlen
Aus der Region Stadt Hannover Warum sich Südstädter so sicher fühlen
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00:15 14.11.2016
 „Hier ist alles ganz entspannt": Der Stephansplatz im Herzen der Südstadt. Quelle: Villegas
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Hannover

Auf dem Stephansplatz in der Südstadt ist die Welt, so wirkt es, noch in Ordnung. Das Herbstlaub färbt den Platz in ein schönes Orange, und im Supermarkt ist reges Treiben. „Ich bin hier in der Südstadt aufgewachsen und mache mir keine Gedanken über die Sicherheit“, sagt Elen Hanisch. Die Studentin fühlt sich überall in ihrem Stadtteil sicher und kann keine Ecken nennen, die sie gerade zu nächtlicher Stunde eher meiden würde.

Mit diesem Gefühl ist Hanisch nicht allein. In keinem hannoverschen Stadtteil fühlen sich die Bewohner so sicher wie in der Südstadt. Das ist das Ergebnis der jüngsten Repräsentativerhebung der Stadtverwaltung. Nur 6 Prozent der Befragten meinen, dass sie ihren Stadtteil als „eher unsicher“ empfinden. „Das deckt sich mit den Fakten“, meint Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne (SPD). Die Polizei vor Ort berichte ihm regelmäßig von den Vorkommnissen im Viertel. „Zwar gibt es auch in der Südstadt Autodiebstähle und Wohnungseinbrüche, aber meist sind organisierte Banden dafür verantwortlich“, berichtet Pollähne. Und die zögen von Stadtteil zu Stadtteil. Die Polizei konnte auf Nachfrage der HAZ keine Daten zur Südstadt liefern.

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Für das hohe Sicherheitsempfinden gibt es nach Ansicht des Bezirksbürgermeisters gute Gründe. „Die Leute in der Südstadt achten aufeinander. Die Anonymität ist gering“, sagt Pollähne. Zudem hätten die Geschäfte lange geöffnet, und auch am späten Abend seien viele Straßen noch belebt. In den vergangenen Jahren habe sich eine vielseitige Kneipen- und Restaurantszene in der Südstadt etabliert. „Dass hier um 18 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden, gehört der Vergangenheit an“, sagt Pollähne. Auch gebe es kaum dunkle Ecken und Unterführungen, die Menschen Angst bereiten könnten.

Die Meinungen gleichen sich - egal, welche Generation man fragt. Anneliese Holzheuer etwa wohnt seit 1956 in der Südstadt, und für sie ist Sicherheit kein Thema. „Mir ist seitdem noch nichts passiert, und ich habe auch noch keine Vorfälle miterlebt“, sagt die Rentnerin. Catharina Burmeister wiederum sagt, es sei schön, mit Kindern in der Südstadt zu wohnen. „Hier ist alles ganz entspannt. Ich gehe viel mit meinem Sohn auf den Spielplatz und habe dabei gar keine Bedenken“, sagt die Mutter. Allerdings meidet sie nachts die U-Bahn-Haltestelle Marienstraße, weil sich dort viele Betrunkene treffen. „Aber sonst ist es sehr schön hier, und Fahrräder werden in allen Stadtteilen geklaut - egal, wo man wohnt.“ Auch Fahrradfahrer fühlen sich sicher. „Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad und habe gar keine Bedenken“, erzählt Martina Schwanz. „Auch nachts ist der Stadtteil sehr lebendig.“

Nächster Teil: Warum fühlen sich die Mühlenberger so unsicher?

Von Andreas Schinkel 
und Julia Polley

Uwe Janssen 11.11.2016
Andreas Schinkel 14.11.2016