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Stadt Hannover Ausdauer ist Trumpf in der Wasserstadt
Aus der Region Stadt Hannover Ausdauer ist Trumpf in der Wasserstadt
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22:00 07.06.2015
Von Carsten Schmidt
Tierisch gute Stimmung: Bei ihren schweißtreibenden Wettkämpfen in Limmer werden die Schwimmer, Läufer und Kanuten aufmerksam beobachtet. Quelle: Petrow
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Hannover

Selbst ein Weltmeister darf sich nicht auf dem Lorbeer ausruhen. „Ich muss am Montag wieder arbeiten“, sagte Thoralf Berg, der sich im Rahmen des Wasserstadt-Triathlons Limmer am Wochenende die höchste Auszeichnung geschnappt hatte – den WM-Titel im Quadrathlon. Der Vierkampf (3,3  Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren, 20 Kilometer Kanufahren, 21,1  Kilometer Laufen) ist eine noch junge Sportart und gehört nicht zum olympischen Programm.

Der Weg ins Ziel dauerte für Berg und seine Mitstreiter rund sieben Stunden bei zum Schluss schweißtreibenden Temperaturen von deutlich über 20 Grad Celsius – so hatten diese Amateursportler auch am Sonntag kräftig zu arbeiten. „Ich habe nicht mit dem Sieg gerechnet, weil ich vier Jahre pausiert hatte“, sagte der 43-jährige Quadrathlon-Weltmeister, der aus Schwedt/Oder stammt. Besonders gut gefiel ihm die Radstrecke, die ins Calenberger Land führte. Das freute auch Thomas Kälble (KC Limmer), der in einer Doppelrolle aktiv war: als Mitorganisator und als Wettkampfteilnehmer (11. Rang). „Die letzten Meter waren hart, aber es hat sich gelohnt“, sagte er.     

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Prämien gab es in Limmer weder für die Vierkämpfer noch für die Triathleten, die sich in diversen Wettbewerben vom Sprint bis zur Langdistanz maßen. Das heißt aber nicht, dass die Starter insbesondere auf der Mittel- und Langdistanz mal eben aus Spaß einen solchen Wettkampf bestreiten. „Ohne kontinuierliches Training kommt keiner durch“, sagte Fabian Delong vom TSV Victoria Linden, der auf der Mitteldistanz Zweiter wurde und mit seiner Leistung von 4:18:18 Stunden sehr zufrieden war. Sein nächster Start ist im August auf der doppelt so langen Ironman-Distanz im niederländischen Maastricht. „Dafür war der Wettkampf hier eine gute Vorbereitung“, sagte Delong, der zudem „jede Kurve“ von den Trainingseinheiten in Linden kennt. Auch im Frauenfeld kam die Zweitplatzierte aus Hannover: Katrin Friedrich (96) brauchte 4:47:36  Stunden.

Getestet hat auch Mitteldistanzsieger Erik-Jan Spijkerman aus den Niederlanden. Der 32-Jährige, ein früherer Eisschnelllauf-Profi, will die doppelte Triathlon-Länge beim Traditionswettkampf in Roth absolvieren. Die Radstrecke im Calenberger Land erinnerte ihn an das Rennen in Unterfranken. „Es war unterwegs auch etwas wellig, das gefiel mir“, sagte der Gast aus dem Nachbarland.

Die Stunde der hannoverschen Ausdauersportler schlug bereits am Sonnabend auf der Sprintdistanz, dort gewannen Sven Kiene (96) und Stephanie Weiß (Victoria Linden). Unter die Staffelteilnehmer auf der Kurzdistanz hatte sich ein früherer Europameister gemischt – der Wasserballspieler Lars Tomanek-Tobias. Sie alle genossen die spezielle Atmosphäre rund um den Sportplatz des TSV Limmer. Mancher Teilnehmer wäre nach der Wechselzone wohl gern stehen geblieben. Dort stand ein Bratwurststand, die Kunden an den Holzklapptischen hatten die besten Plätze, um die Sportler anzufeuern. Und da die Laufstrecke auch die Gleise der Stadtbahnlinie 10 kreuzte, stoppte ein Üstra-Mitarbeiter an dieser Stelle nach Bedarf die grünen Fahrzeuge, um den Läufern Vorfahrt zu gewähren.

Dank des Einsatzes vieler Ehrenamtlicher waren die meisten der rund 1400 Teilnehmer voll des Lobes über die Organisation. Nur am Sonnabend gab es Verzögerungen bei einigen Startzeiten. „Da waren noch nicht alle Helfer am vorgesehenen Platz“, sagte Organisationschef Peter Augath, der sich ansonsten über einen reibungslosen Ablauf freute.     

Rüdiger Meise 07.06.2015
10.06.2015
Saskia Döhner 07.06.2015