Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Weil dringt auf Sprengel-Ausbau
Aus der Region Stadt Hannover Weil dringt auf Sprengel-Ausbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:21 19.05.2009
Von Gunnar Menkens
Sprengel Museum: Weil drängt auf den Ausbau.
Sprengel Museum: Weil drängt auf den Ausbau. Quelle: Rainer Surrey
Anzeige

„Ich empfehle sehr, an der Erweiterung festzuhalten“, sagte der Verwaltungschef am Dienstag. Die Stadt müsse nur ein Fünftel von 25 Millionen Euro Baukosten tragen, zudem stünden zehn Millionen Euro der EU zur Verfügung – allerdings nur bis 2013. Weil lehnt damit Überlegungen von Ratspolitikern ab, den Museumsausbau wegen finanzieller Einbrüche im Stadtetat zu verschieben.

Diese Überlegungen gibt es auch in der SPD-Ratsfraktion. Deren Finanzexperte Ralf Borchers regte an, eine Prioritätenliste mit den wichtigsten Bauvorhaben zu erstellen und das Sprengel Museum – im Gegensatz zur Schulsanierung – nicht auszunehmen. Weil erinnerte dagegen an eine für die Stadt „günstige Finanzierung und das enge Zeitfenster“. In der Vorwoche hatte schon FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke erwogen, die Sprengel-Erweiterung zu verschieben. Anlass solcher Gedanken sind Befürchtungen der Stadt, nach denen bis 2013 rund 750 Millionen Euro im Haushalt fehlen.

Den größten Anteil am neuen Museum trägt das Land, zur Hälfte Träger des Hauses: Fünf Millionen Euro zahlt es selbst, zehn Millionen Euro aus Brüssel will die Landesregierung nach Hannover umleiten. Weitere zehn Millionen Euro teilen sich Landeshauptstadt und, darauf hofft Weil, Sponsoren. Union und Grüne sehen daher keinen Grund, Ausbaupläne zu verschieben. „Das ist kurzfristig gedacht und ein Spiel mit dem Feuer“, sagte Hannovers CDU-Vorsitzender Dirk Toepffer. Der Landtagsabgeordnete fürchtet, dass in Aussicht gestelltes Geld in späteren Jahren nicht mehr zur Verfügung steht. Die seit Langem geplante Erweiterung des international renommierten Hauses sei zudem auch eine Art Konjunkturprogramm für die Wirtschaft. Friedrich-Wilhelm Busse, Kultursprecher der CDU-Ratsfraktion, sieht in der geplanten Erweiterung eine „Investition in Zukunft und Wirtschaftskraft der Stadt“.

Kritik an Borchers kommt auch vom grünen Koalitionspartner. Ratsherr Michael Dette warnte vor „Schnellschüssen“ und erinnerte daran, dass sich die Stadt mit mehreren Millionen Euro an staatlichen Konjunkturpaketen beteiligt habe. „Gewichtige Investitionsvorhaben“ der Stadt hätten ebenfalls wirtschaftliche Effekte. Insider fürchten unterdessen, dass Verzichtsüberlegungen in der Stadt Ausbaukritiker beim Land stärken. Entstehe der Eindruck, die Erweiterung sei nicht gewollt, könnten Millionen aus Brüssel in andere Projekte investiert werden, ohne dass das Land Schuld am Verzicht habe.