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Stadt Hannover Wildschweine in der Eilenriede – erster Unfall auf Schnellweg
Aus der Region Stadt Hannover Wildschweine in der Eilenriede – erster Unfall auf Schnellweg
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17:48 09.09.2019
Jetzt auch in der Eilenriede in Hannover: Wildschweine kommen immer öfter auch in Städte. Quelle: Jan Woitas/dpa (Symbolbild)
Hannover

Wilde Tiere rücken immer näher an bewohnte Gebiete heran. Vor einigen Tagen haben junge Wildschweine einen Unfall auf dem Messeschnellweg in Hannover ausgelöst. Die Frischlinge rannten südlich vom Pferdeturm auf die Straße und wurden von einem Auto überfahren. Zwei Tiere haben den Unfall nicht überlebt. Ein drittes wurde verletzt, konnte sich aber in den Wald retten und wurde noch nicht gefunden. An dem Auto entstand Materialschaden, der Fahrer blieb aber unverletzt.

Stadt: Keine Gefahr für Spaziergänger

Die Stadt bestätigt, dass in den vergangenen Tagen Frischlinge in der südlichen Eilenriede gesichtet wurden. Für Waldbesucher bestehe aus Sicht der Forstverwaltung derzeit keine Gefahr, sagt Sprecher Dennis Dix. Allerdings empfiehlt er, bei einer Wildschweinsichtung auf den Wegen zu bleiben, ruhig weiterzugehen und Hunde anzuleinen.

Stadtjäger Pyka: Hunde verlieren gegen Wildschwein

Für Menschen, die sich vernünftig verhalten, stellten Wildschweine im Wald keine Gefahr dar, sagt Stadtjäger Heinz Pyka. „Wenn sich aber ein unangeleinter Hund Frischlingen nähert und die Bache sieht das – da verliert jeder Hund.“

Vielerorts nähern sich Wildschweine bewohnten Gebieten. Auf diesem Bild ist zu sehen, wie eine Gruppe Wildschweine zu Jahresbeginn den Ort Kleinmachnow (Landkreis Potsdam Mittelmark) erstürmt. Quelle: privat

Wildschweine in Hannovers Eilenriede – Stadt erbittet Hinweise

Wildschweine in der Eilenriede seien tatsächlich ungewöhnlich, sagt Pyka. „Dort sind zu viele Menschen und zu viele Hunde unterwegs, und es gibt nicht so viel Deckung wie zum Beispiel am Ohedamm.“ Dort in der Masch und im Ricklinger Holz lichten die Wildkameras der Jäger regelmäßig Wildschweine ab. „Am Ohedamm ist eine Bache mit Frischlingen unterwegs, an der Wilkenburger Straße eine einzelne Sau“, sagt Pyka.

Stadtsprecher Dix stimmt zu: „Eigentlich sind Wildschweine typische Waldbewohner – in der Eilenriede waren sie aber nicht so typisch in den vergangenen Jahrzehnten.“ Deshalb erbittet die Verwaltung Hinweise auf Wildschweinsichtungen unter der Telefonnummer (05 11) 16 84-38 01 oder per E-Mail unter 67.umweltkommunikation@hannover-stadt.de.

Mittelleitplanke wird zur Todesfalle für Wildschweine

Straßen wie der Schnellweg seien für Wildschweine eine große Gefahr, sagt Stadtjäger Pyka. „Wildschweine springen nicht wie Rotwild oder Rehe.“ Sobald sie auf den Schnellweg geraten seien, stelle die Mittelleitplanke für sie ein Hindernis dar. „Sie irren dann über die Fahrbahn und geraten irgendwann vor ein Auto.“ So ging es vor sechs Jahren einem 100-Kilo-Keiler auf dem Messeschnellweg. Er war wohl auf Wanderschaft und überlebte die Kollision nicht.

Waschbären, Füchse und Nutria in der Stadt

Insgesamt sei der Zuzug von Wildtieren in die Stadt nicht mehr zu übersehen, sagt Pyka. „Wir haben in den vergangenen drei Nächten in unseren Fallen am Ohedamm vier Waschbären, ein Nutria und eine große Wanderratte gefangen.“ Die Zahl der Waschbären in der Stadt nehme ständig zu, es gebe Klagen aus Kleingärten. Und sogar Füchse fühlten sich mitten in der Stadt wohl. 2011 hatte ein Fuchs Schlagzeilen gemacht, der in der AWD-Arena lebte. „Jetzt haben wir wieder einen Hilferuf von einer Berufsbildenden Schule am Waterlooplatz bekommen, bei der ein Fuchs sein Unwesen treibt“, sagt Pyka.

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