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Stadt Hannover Rowohlt statt Obama
Aus der Region Stadt Hannover Rowohlt statt Obama
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10:07 25.04.2016
Von Uwe Janssen
Rowohlt-Freunde: Gerd Haffmans (l.) und Rudi Hurzlmeier. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Während sich Herrenhausen am Sonntagmittag für Obama schick macht, wird im unteren Saal des Wilhelm-Busch-Museums geschmunzelt, gelacht und ein bisschen wehmütig den Anekdoten der beiden da vorn gelauscht. Denn sie waren nicht nur Arbeitskollegen, die im Trio Zeichner – Dichter – Verleger eine Reihe von sehr lustigen Tierbüchern produzierten. Sie waren Freunde. Deshalb ist das Bild, das Haffmans und Hurzlmeier – inmitten der laufenden Ausstellung – zeichnen, ein zutiefst subjektives - wie schön!

Haffmans betont die unglaubliche Fähigkeit Rowohlts, Reden ohne Manuskript druckreif halten zu können und bietet ein paar Kostproben. Wenn auch ohne die markante Stimme des Rauschebarts: „Harry“, sagt Haffmans, „hatte eine Akustik wie ein Fass.“ Mit Wonne habe sich der Dichter über deutsche Wörter wie Münzfernsprecher hergemacht und ohnehin die deutsche Sprache vor vermeintlich beliebteren verteidigt: „Im Gegensatz zu Englisch ist Deutsch eine poetische, aber trotzdem präzise Sprache, die sich lediglich die falschen Völker ausgesucht hat. Hauptsächlich das deutsche.“

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Hurzlmeier spricht nicht so viel, er zeigt seine Zeichnungen auf einer Leinwand - und liest dazu in seiner nuscheligen Art die schönen Zweizeiler, die Rowohlt dazu gedichtet hat. Allen voran diesen: „Nur gut, dass neuerdings die Raben so schöne Cowboystiefel haben.“ Das habe ihn restlos überzeugt, als die beiden zusammenfanden - zunächst für das erste Buch „Happy Birds-Day“ und dann noch für ganz viele andere.

Viel Applaus im gut besuchten Museum.

Conrad von Meding 25.04.2016
25.04.2016