„Zeitweilig wurde nicht mehr kontrolliert“
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Stadt Hannover „Zeitweilig wurde nicht mehr kontrolliert“
Aus der Region Stadt Hannover

„Zeitweilig wurde nicht mehr kontrolliert“

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21:31 20.06.2020
Ulf-Birger Franz, Wirtschafts- und Verkehrsdezernent der Region Hannover. Quelle: Conrad von Meding
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 Hannover

Stadtbahnen ohne Fahrscheinkontrolleure sind kaum vorstellbar. Bei der Üstra gab es das zu Hochzeiten der Corona-Krise, als noch viele Fahrgäste ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs waren und das Virus scheinbar an jeder Ecke lauerte. „Wir haben die Kontrolleure nicht eingesetzt, um sie zu schützen. Wir haben das nur nicht öffentlich bekannt gegeben“, sagt Ulf-Birger Franz, Aufsichtsratsvorsitzender der Üstra.

Übergroße Einbußen an entgangenem Bußgeld dürfte die Üstra nicht beklagen müssen. Um bis zu 90 Prozent sind die Fahrgastzahlen in den Bussen und Bahnen zwischenzeitlich zurückgegangen. „Jetzt liegen wir wieder bei 50 Prozent“, sagt Franz.

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Eine spannende Frage wird, wie es weitergeht. Pessimisten glauben, Nahverkehrsunternehmen wie die Üstra werden gegenüber Fahrrad und Auto der große Verlierer der Corona-Folgen sein. Auch Franz kennt Klagen über Menschen, die sich ohne Mund-Nasen-Schutz in die Fahrzeuge setzen. „Das ist eine kleine Minderheit, generell herrscht hohe Disziplin“, sagt er.

Entscheidend für die Jahresbilanz wird der Herbst, wenn das Wetter schlechter wird und mancher, der gerade lieber radelt, doch wieder umsteigt. In jedem Fall wird das die Üstra-Bilanz nicht retten – die Frage ist nur, ob das Jahresdefizit eher an der erwarteten Mindestmarke von 60 Millionen bleibt oder doch dreistellige Millionenbeträge erreicht. In jedem Fall: Es wird längst wieder kontrolliert.

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Von Bernd Haase