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Stadt Hannover Zwei Kilometer Radweg für 800.000 Euro
Aus der Region Stadt Hannover Zwei Kilometer Radweg für 800.000 Euro
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00:17 13.01.2017
Von Mathias Klein
Neuer Radweg zwischen Devese und Ihme-Roloven soll 800.000 Euro kosten. Quelle: Rodriguez
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Hannover

Der Verkehrsdezernent der Region verweigere konkrete Angaben zu dem geplanten Bau, wie zum Beispiel Erhebungen oder Schätzungen zur Nutzung des geplanten Radwegs. Die Region will einen zwei Kilometer langen Abschnitt der Kreisstraße zwischen dem Ronnenberger Ortsteil Ihme-Roloven und dem Hemminger Ortsteil Devese mit „hoher Priorität“ einen Radweg bauen. Dafür sind im diesjährigen Haushalt 800 000 Euro eingeplant, die Hälfte der Summe sind Fördermittel. Der Vorsitzende des Steuerzahlerbundes, Bernhard Zentgraf, wirft Franz die Verschwendung von Steuergeldern vor. „Es ist für mich unbegreiflich, warum die Region Hannover nicht mit kleinem Geld und unter Beachtung der Haushaltsgrundsätze von Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit die bestehende Wegeverbindung für den Radverkehr verbessert“, schreibt Zentgraf in einem Brief an Franz.

Der Verbandschef verweist auf einen bereits vorhandenen Radweg an dieser Stelle, der mit relative geringem finanziellem Aufwand ertüchtigt werden könnte. In rund 250 Meter Entfernung zur Kreisstraße verlaufe fast parallel ein bestehender Weg, der auch von Radfahrern genutzt werde. Die ersten 400 Meter seien mit festem Schotter belegt, der Rest des Weges sei asphaltiert.

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Es gebe gute Gründe, den Bau von Radwegen zu fördern, meint Zentgraf. Allerdings sollten die „knappen Haushaltsmittel sinnvoll eingesetzt werden“, zum Beispiel für die Reparatur und Sanierung bereits vorhandener Radwege. „Offensichtlich verleiten Fördermittel aus übergeordneten staatlichen Kassen zu den umstrittenen Radwegplänen“, schreibt Zentgraf.

Der vorhandene Weg könne die „gestellten Anforderungen an die Sicherheit durch die soziale Kontrolle und die Ganzjahresbefahrbarkeit nicht leisten“, schreibt dagegen Verkehrsdezernent Franz an den Steuerzahlerbund. Dort sei kein Winterdienst möglich.

Aus Sicht der Region gehört die Radstrecke zwischen Devese und Ronnenberg zum „Vorrangnetz für den Alltagsradverkehr und besitzt eine wichtige Verbindungsfunktion“. Das Vorrangnetz in der Region ist rund 800 Kilometer lang und soll vor allem im Umland zu einer deutlichen Steigerung des Radverkehrs beitragen. Eine gute soziale Kontrolle und die Befahrbarkeit das ganze Jahr über müssten sicher gestellt sein, um die Radfahrer dauerhaft zur Nutzung zu motivieren, schreibt Franz. Dies sei nur durch die „fahrbahnnahe Führung eines gut befestigten Radweges mit Winterdienst im Zuge der Kreisstraße“ möglich.

Albrecht Scheuermann 13.01.2017