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Stadt Hannover Zweites Rathaus soll am Schützenplatz entstehen
Aus der Region Stadt Hannover Zweites Rathaus soll am Schützenplatz entstehen
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00:18 14.07.2014
Von Andreas Schinkel
Die Kfz-Zulassungsstelle am Schützenplatz soll für das sogenannte Zweite Rathaus weichen – bis zu zehn Stockwerke hoch könnte der Büroturm werden. Quelle: Dröse
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Hannover

Das Papier nennt die Kriterien, die in der Ausschreibung für den neuen Bürokomplex gelten sollen. Unterm Strich läuft es darauf hinaus, dass die Kfz-Zulassungsstelle am Rande des Schützenplatzes abgerissen wird, um einem Büroturm Platz zu machen. Von bis zu zehn Stockwerken ist die Rede. Darin werden die Zulassungsstelle, das Ordnungsamt Mitte, die Ausländerbehörde und weitere Abteilungen des Fachbereichs Recht und Ordnung untergebracht - insgesamt rund 500 Mitarbeiter. Schalterhalle und Warteräume müssen insgesamt Platz für durchschnittlich 2000 Kunden bieten.

Aus der Ratspolitik erhebt sich Protest gegen den Plan. CDU, FDP aber auch Teile der SPD präferieren den alten Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Raschplatz als Standort. Denn am Schützenplatz befinde sich das Ordnungsamt Mitte nicht mehr im Stadtzentrum, sondern schon an der Peripherie, heißt es. Tatsächlich liegt die U-Bahn-Station Waterloo rund 300 Meter entfernt. Anders dagegen der ZOB. Mit der Stadtbahnlinie 10, die nach dem Umbau der D-Linie bis zum Raschplatz fährt, wäre das Zweite Rathaus bestens angebunden, argumentierte ein SPD-Mitglied am Freitag in vertraulicher Sitzung des Wirtschaftsausschusses. Im Konzeptpapier der Stadt heißt es bisher, dass die ZOB-Variante „nicht weiter verfolgt werden soll“.

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Die Stadt schreibt die Büroräume jetzt europaweit aus. Das Verfahren hatte sich stark verzögert, weil rechtliche Probleme auftraten. Im ursprünglichen Ausschreibungstext wurde der Rahmen für mögliche Bewerbungen zu weit gefasst. Sowohl bestehende Büroräume als auch unbebaute Flächen hätten Bewerber der Stadt anbieten können. Ein solcher Äpfel-Birnen-Vergleich ist jedoch vergaberechtlich unzulässig. Jetzt bereitet die Stadt einen Neustart vor.

Die Panne dürfte das Projekt Zweites Rathaus um ein Jahr verzögern. „Das ist sehr ärgerlich“, sagt ein hochrangiger Sozialdemokrat. Die Beschäftigten des Ordnungsamtes Mitte und der Ausländerbehörde müssen bereits seit Jahren mit einem maroden Gebäude in der Leinstraße vorliebnehmen. „In einem solchen Haus kann sich keine Willkommenskultur entwickeln“, sagte Kämmerer Marc Hansmann (SPD) kürzlich im Rat.

Im veränderten Ausschreibungstext beschränkt sich die Stadt auf Neubauten. Gesucht wird ein zentrumsnahes Grundstück, „das sich im Eigentum des Bieters befindet“. Verbunden mit weiteren Kriterien kommt tatsächlich keine andere Fläche infrage, als das Areal am Schützenplatz. Eigentümerin ist die städtische Immobiliengesellschaft Union Boden, die den Neubau dann in die Hand nimmt. „Die Union Boden wird sich an der Ausschreibung beteiligen“, heißt es bereits im Rathaus.

Ratspolitiker schlagen im Gegenzug vor, dass die Union Boden auch das ZOB-Grundstück erwerben und dort einen Büroturm errichten könnte. Rechtlich gebe es keine Bedenken, meinen die Fachleute im Rathaus. Am Ende werden Kosten über den Standort entscheiden. Ein Neubau auf dem ZOB-Gelände gilt als technisch anspruchsvoll und teuer.

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