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Stadt Hannover Laubbläser sollen leiser werden
Aus der Region Stadt Hannover Laubbläser sollen leiser werden
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07:16 13.01.2015
Von Andreas Schinkel
Bisher sind Laubbläser eine lärmende Angelegenheit.Foto: Hagemann Quelle: Insa Catherine Hagemann
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Hannover

Bisher gehören Gehörschutz und Körperkraft zu den Voraussetzungen, die ein Aha-Mitarbeiter für den Angriff aufs herbstliche Laub mitbringen muss. Denn der Motorenlärm der tragbaren Laubbläser ist nur so zu ertragen, und nach einem mehrstündigen Rundgang mit dem schweren Gerät auf dem Buckel können sich die Beschäftigten den Gang ins Fitnessstudio sparen. Der technische Fortschritt hat allerdings auch beim Entsorgungsunternehmen Einzug gehalten. Zehn von 75 Laubbläsern laufen seit 2013 mit Elektromotor. Leiser - und leichter - pusten sie die Blätter auf einen Haufen. „Wir würden gern alle Laubbläser auf Elektrobetrieb umstellen“, sagte Aha-Chefin Kornelia Hülter gestern im Umweltausschuss des Rates. Auch die Belegschaft stimme für die Umstellung. Doch leider sind die Geräte noch nicht ganz ausgereift.

Den E-Motoren fehlt die Kraft, nasses Laub aufzuwirbeln. „Daher können wir sie nicht in regenreichen Jahren einsetzen“, sagt Hülter. Schlapp machen die Geräte auch, wenn sie große Laubmengen bewegen müssen. Zudem kosten sie in der Anschaffung deutlich mehr als die benzinbetriebenen Bläser. „Nach unserer Erfahrung sind die E-Puster dreimal so teuer“, sagt Karin van Schwartzenberg, Leiterin des Grünflächenamtes. Auch die städtische Behörde hat so ihre Erfahrungen mit den Elektrogeräten gemacht und kommt zu dem Schluss, dass man zunächst bei den kraftvollen Benzinern bleiben will.

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Man könnte jetzt annehmen, dass ähnlich wie bei E-Autos die Akkuleistung zu wünschen übrig lässt. Aber immerhin vier Stunden halten die Puster durch. „Dann dürfte Aha nur Halbtagskräfte fürs Laubblasen abstellen“, meint CDU-Ratsherr Hannes Hellmann augenzwinkernd. Teuer wird es, wenn neue Akkus fällig sind. „Die kosten deutlich mehr als die Reparatur eines Zweitaktmotors“, sagt Hülter. Unterm Strich überwiegen für sie aber die Vorteile. Und so will sie - technischen Fortschritt vorausgesetzt - den Anteil der Leisebläser „sukzessive erhöhen“. Der SPD geht das zu langsam. „Ich erwarte, dass Benzingeräte gar nicht mehr angeschafft werden“, sagt SPD-Umweltpolitiker Jürgen Mineur. Doch ganz gleich, ob Elektro- oder Verbrennungsmotor, mancher Hannoveraner hat die Nase voll vom Gebläse an sich. „Die Geräte wirbeln Staub bis zu zwei Meter hoch und verschmutzen die Luft erheblich“, sagt eine Bewohnerin der City in der Ausschusssitzung. Besser sei es, die Geräte gar nicht mehr einzusetzen und auf Besen und Kehrblech zurückzugreifen. Eine Besenreinigung erfordere mehr Personal, sagt Hülter, die Kosten und damit die Gebühren würden erheblich steigen. „Auch brauchen wir die Puster, um das Laub unter den parkenden Autos hervorzuholen“, sagt die Aha-Chefin. Dennoch wolle sie die Sache mit dem Staub genauer unter die Lupe nehmen.

Jörn Kießler 12.01.2015
13.01.2015