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Leserbriefe Affentheater
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20:23 26.02.2019

Aber die Verwaltung hält das „Kosten-Nutzen-Verhältnis“ für nicht gegeben und der SPD-Mehrheitsführer erklärt einfach, es gebe keinen Bedarf. Er versteigt sich zu der Behauptung: „Irgendwann fangen wir an, überall Ampeln zu bauen“, und fragt „was ist in Cammer der Unterschied zu anderen Stellen im Stadtgebiet?“ Der CDU-Vorsitzende des Bauausschusses befürchtet ebenfalls, es würde ein Rattenschwanz losgetreten. Und das alles, weil die Verkehrszählung an der Kreuzung in Cammer am frühen Rosenmontagmorgen nur 27 von 30 nötigen „Querungen“ ergeben hatte.

Dabei war nicht ein einziger SPD-Vertreter bei der Ortsbesichtigung zugegen, im Gegensatz zum CDU-Sprecher, der sich immerhin vor Ort ein Bild gemacht hat und einräumt, die Ampel sei notwendig. Denn die Kreuzung vor den Bushaltestellen ist durch eine Kurve unübersichtlich und besonders für Kinder und gehbehinderte Senioren, die nicht so schnell über die Straße können sowie für Radfahrer lebensgefährlich. Hinzu kommt, dass der Verkehr durch den Ausbau des „Regioports“ weiter zunimmt. Nur die Grünen bleiben auf dem Teppich und geben zu bedenken, es gehe doch nur noch um 9000 Euro.

Und das nicht einmal, da die Cammeruner bereit sind, aus der eigenen Tasche noch 3000 Euro beizusteuern. Was für ein Affentheater vor den Augen zahlreicher Bürger aus Cammer, die die Diskussion als Zuschauer verfolgt haben und sich wieder einmal von ihren Vertretern im Stich gelassen fühlen. Wen sollen sie da noch wählen? Der Ortsbürgermeister von Cammer, Herr Terner, findet hierzu in der Sitzung deutliche Worte: „Ein Glück, dass bisher kein Unfall dort registriert werden musste“ und betont: „Wir haben Anspruch auf sichere Wege.“ Rosenmontag, Kosten/Nutzen, überall Ampeln bauen, Rattenschwanz lostreten – geht so eine Grundsatzdiskussion? In was für närrischen Zeiten leben wir? Wir fragen die Ratsherren: „Wie viel ist euch ein Menschenleben wert?“

Gisela Remmers-Lampert und Ullrich Lampert

Cammer