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Leserbriefe Annäherung an Russland
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19:25 12.05.2017

Um dann wenige Tage vor der Wahl aufgrund der Veröffentlichungen von WikiLeaks zu verkünden, es werde nun doch über weitere Ermittlungen nachgedacht.

Ob dieses Vorgehen Hillary Clinton den Wahlsieg gekostet hat, wie diese glaubt, wird wohl nie seriös zu klären sein. Ebenso entspricht es zweifellos der Wahrheit, dass es wenig professionell erscheint, wenn der Chef einer Ermittlungsbehörde mit nachrichtendienstlichen Befugnissen erst Wochen später öffentlich die Frage stellt, ob es eigentlich ein Zufall war, dass brisante E-Mails von Hillary Clinton – und nur ihre – erst unmittelbar vor dem Wahltermin veröffentlicht wurden, oder ob hier eine ausländische Macht gezielt die Hand im Spiel hatte.

 Wahr ist aber auch, dass den US-Präsidenten Donald Trump diese Pannen Comeys bislang weniger zu stören schienen als dessen mutmaßlich korrekte Feststellung, Barack Obama habe Donald Trump nicht abhören lassen.

 Unhaltbar wurde Comeys Verhalten in der E-Mail-Affäre für Donald Trump erst in dem Augenblick, als Comey zu klären versuchte, ob es irgendwelche Verbindungen zwischen den Veröffentlichungen der geheimen Mails und Trumps Mitarbeiterstab gab.

 Man kann gegen Trump vorbringen, was man möchte – unbestreitbar ist, dass er spätestens seit seinem Amtsantritt nicht müde wird, an der Einlösung zumindest eines seiner Wahlversprechen zu arbeiten: der Annäherung zwischen den USA und Russland.

 Enttäuschend ist das allein für diejenigen, die mit diesem Versprechen die Hoffnung verbanden, Präsident Donald Trump möge sich mit diplomatischen Mitteln darum bemühen, die demokratischen Verhältnisse Russlands an diejenigen in den USA anzunähern. Leider: Das Gegenteil ist bislang der Fall.

Tobias Warner

Wendthagen