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Leserbriefe Architekturwüste
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19:53 19.07.2019
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1. Bauliche Entwicklung: Der derzeitige Bauboom – insgesamt soll es neun Wohnungsbauprojekte in der Größenordnung von „Wohnen an der Stadtkirche“ in Bückeburg geben – nimmt leider den in der Nachbarschaft liegenden, teilweise denkmalgeschützten Gebäuden ihre Würde und Attraktivität. Das beste Beispiel ist die Stadtbücherei, ehemals Lateinschule an der Schulstraße. Die angrenzenden Neubauten sind zu hoch, der Bürgersteig schon für Fußgänger mit Rollator zu schmal, ganz zu schweigen, wenn er die Funktion eines Radweges und einer E-Rollerfahrbahn übernehmen soll. Außerdem könnte die dichte Bebauung bis in die Herderstraße hinein zum Hitzestau führen, wenn das Klima sich weiter so entwickelt, wie wir es zur Zeit erleben.

2. Das Alter: Ältere Menschen sollten von der Digitalisierung nicht abgekoppelt leben, was bedeutet, dass junge Menschen alten Menschen Hilfestellung leisten können. Als Gegenleistung wäre die Weitergabe von Lebens- und Berufserfahrung, aber auch die Weitergabe von Werten denkbar. Auch in Kleinstädten sollten die Leute nicht fernab von Hochkultur leben. Die Technik macht den Zugang möglich. Mit der Beschreibung der Alterspyramide als Atompilz – wer hätte vor einem Atompilz keine Angst - muss Schluss sein.

3. Wo sind die Handlungsfelder?: Bauamtsleiter Sassenbergs Vorschlag für mehr Bürgerbeteiligung in Gottes Ohr, aber in Bückeburg scheitert die Bürgerbeteiligung auch an äußeren Bedingungen. Einmal ist der Raum ab einem bestimmten Zeitpunkt anderweitig vergeben. Diejenigen, die sich an der Modernisierung des Museums für Stadtgeschichte und Schaumburg-Lippische Landesgeschichte beteiligen, werden sich erinnern, wovon ich rede, oder der Sachtverständige hat die Ratssitzung bereits verlassen, wenn die Fragestunde beginnt. Der durchschnittliche Bürger, der heute einen höheren Bildungsgrad dank Schule, Studium und Reisen vorzuweisen hat als alle früheren Generationen, kann viel zum Wohle der Allgemeinheit beisteuern und verdient ein Mitspracherecht.

Schluss sein muss mit dem Einfluss von Investoren, die dem ästhetischen Empfinden eine Architekturwüste zumuten, wofür das Bethel-Areal mit seinem Bauschuttberg nicht das einzige Beispiel ist. Prof. Edith Schönbeck

Bückeburg