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Leserbriefe Auch „Normalkinder“ haben Ansprüche
Mehr Meinung Leserbriefe Auch „Normalkinder“ haben Ansprüche
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22:58 27.09.2019
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Als Eltern eines Grundschülers der Julius-Rodenberg-Schule haben auch wir den Auszug der Bibliothek mit Bedauern zur Kenntnis nehmen müssen, der beispielhaft für eine ganze Reihe an Raumkürzungen steht. Dadurch ist die Schulleitung gezwungen, bei der Bereitstellung von Klassenräumen ständig zu improvisieren und muss ihre Schüler in Räumen unterbringen, die unter Umständen gar nicht auf einen regulären Klassenbetrieb ausgerichtet sind.

Hierzu ein Beispiel: Die Klasse 2c ist zum neuen Schuljahr in den alten Musikraum eingezogen. Die Konsequenz: Schlauchartiger Charakter des Klassenraumes, Verdunkelung und Wärmeschutz durch Stoffvorhänge-Relikte unserer eigenen Schulzeit – eine winzige Kreidetafel. Die Förderschule am Deister ist unbestritten eine wichtige Institution für Schaumburg und leistet sehr gute Arbeit. Auch die Grundschüler profitieren vom gemeinsamen Schulalltag mit den Förderschülern.

Problematisch ist aus unserer Sicht, dass – aufgrund der Mietsituation im Gebäude und der unterschiedlichen Trägerschaften von Förder- und Grundschule – eine Situation eingetreten ist, in der von der Förderschule immer mehr Räume beansprucht werden. Gleichzeitig stehen der Grundschule „nur noch“ die Räume zur Abdeckung des Grund-Curriculums zur Verfügung. Eine darüber hinaus gehende soziale (Nutzung der Schulküche), motorische (Werken/Gestalten) oder musikalische Förderung der Grundschüler wird gezwungenermaßen immer weiter reduziert.

Nicht zuletzt ist in dieser Auflistung auch die Auslagerung der Bücherei zu nennen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass durch die Förderung der einen Schülerschaft die Belange der anderen ins Hintertreffen geraten. Dies soll nicht als Besitzstandsdenken missverstanden werden – die Ansprüche der Förderschule sind sicher zu rechtfertigen. Vielmehr soll diese Anmerkung als Hinweis darauf dienen, dass bei zukünftigen Entscheidungen die Ansprüche beider Schulformen gleichberechtigt berücksichtigt werden. Nur so können die Schulträger beider Schulformen ihrer Verantwortung den Schülern gegenüber gerecht werden.

Dieses Anliegen kann nicht an der Eigentumssituation im Gebäude oder der unterschiedlichen Trägerschaft der Institutionen scheitern. Eine weitere Frage zum Abschluss: Was passiert, wenn die Schülerzahlen der Grundschüler und damit der Raumbedarf der Grundschule zukünftig wieder steigt? Eine Containerlösung für die Grundschule kann niemand ernsthaft wollen. Unsere Politiker sollten sich nicht in Zuständigkeitsdebatten verzetteln, sondern eine klare Meinung mit einer angemessenen Wortwahl vertreten. Silvia KonerdingDr. med.

Tobias Wehrhahn, Rodenberg