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Leserbriefe Bückeburger Grünen gegen Kunstrasenplätze
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23:13 26.06.2019
Die Bückeburger Grünen sprechen sich gegen Kunstrasenplätze aus.
Die Bückeburger Grünen sprechen sich gegen Kunstrasenplätze aus. Quelle: dpa
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Bückeburg

Wie Grünen-Sprecherin Cornelia Laasch in einer Pressemitteilung ausführte, gibt es in Deutschland mittlerweile circa 3000 Fußballfelder mit Kunstrasen. Von diesen gelangen laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits-und Energietechnik jedes Jahr 11000 Tonnen des Einstreumaterials in die Umwelt. Somit seien Kunstrasenplätze die fünftgrößte Eintragsquelle von Mikroplastik.

Das verwendete Gummigranulat auf Altreifenbasis sei nicht nur ein großes Problem für die Nahrungskette zu Land und in den Gewässern, so Laasch weiter. Von ihm gingen auch direkte gesundheitliche Gefahren für den Menschen aus. Die krebserregende Wirkung der Inhaltsstoffe sei bekannt. Eine amerikanische Studie belege eine erhöhte Krebsrate insbesondere bei Torhütern, wegen des häufigen Bodenkontaktes.

Kürzlich wurde zudem bekannt, dass die EU plant, das Kunststoffgranulat ab 2022 zu verbieten, was laut Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen die Kosten für Kunstrasensysteme weiter steigern werde.

Naturrasenplätze instand setzen

„Ausreichend Sportmöglichkeiten in Bückeburg sind den Grünen wichtig, doch darf dies nicht auf Kosten von Mensch und Natur erfolgen“, so die Grünen: „Und es muss – insbesondere bei knapper werdenden Haushaltsmitteln – auch finanzierbar sein.“ Mit den in den Haushalt eingestellten Mitteln und möglichen zusätzlichen Fördergeldern des Landes sollten die Bückeburger Naturrasenplätze instand gesetzt werden, fordert die grüne Ratsfraktion.

Zum Hintergrund: Derzeit hat die Stadt einen Antrag an das Land Niedersachsen gestellt, mit dem der B-Platz am Sportzentrum Evesen für insgesamt 800.000 Euro zu einem Kunstrasenplatz umgestaltet wird. Ein erster Antrag war vom Land abschlägig beschieden worden, da die Vorgaben des Förderprogramms nicht eingehalten worden waren.

Die Kunstrasen-Beschlüsse sind bisher von allen im Rat vertretenen Gruppen und Fraktionen befürwortet worden, also auch den Grünen. SPD und Grüne haben eine Einstimmen-Mehrheit im Rat.

von Raimund Cremers