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Leserbriefe Der Klimawandel ist menschengemacht
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21:56 23.08.2018
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Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher“, möchte man mit Albert Einstein angesichts des den Klimawandel und seine für die Menschheit katastrophalen Folgen leugnenden Leserbriefs ausrufen. Wenn es im 21. Jahrhundert zwei Gewissheiten gibt, dann diese: Erstens, und dies belegen inzwischen ungezählte wissenschaftliche Studien (darunter zum Beispiel die der Nasa und die des Potsdamer Institutes für Klimafolgenforschung), der Klimawandel ist menschengemacht. Zweitens, die Erde ist keine Scheibe. Augenscheinlich versucht der Leserbriefschreiber, in nur notdürftig kaschierter Form, die Klimaprogrammatik der AfD unter das Volk zu bringen.

Im AfD-Grundsatzprogramm, beschlossen am 1. Mai 2016, wird rundweg bestritten, dass es einen von Menschen gemachten Klimawandel überhaupt gibt. Dabei ist der globale Temperaturanstieg der letzten 200 Jahre, also seit Beginn der industriellen Revolution und dem damit verbundenen massiven Anstieg des Verbrauchs fossiler Energien mit entsprechendem CO2-Ausstoß genauso hoch wie der natürliche Klimawandel in den 200000 Jahren davor. Im Gegensatz zu den absurden Behauptungen der AfD, gespeist von EIKE e.V., dem „Europäischen Institut für Klima und Energie“, laut Frankfurter Rundschau die „Speerspitze“ der von CO2-intensiven Unternehmen finanzierten Lobbyisten, kommen die Wissenschaftler des Potsdamer Institutes für Klimafolgenforschung zu gänzlich anderen Prognosen.

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Nach ihren Berechnungen würde beispielsweise eine Erderwärmung von zwei Grad weltweit zu katastrophal verringerten Ernteerträgen führen. Dabei strafen die zu beobachtenden klimatischen Veränderungen alle Klimaskeptiker und -leugner Lügen: Durch die Erwärmung dehnt sich das Wasser in den Ozeanen aus und führt zu einem Anstieg des Wasserspiegels, der die Küstenregionen bedroht. Gleichzeitig verdunstet mehr Wasser, sodass es zu extremen Wetterereignissen wie Orkanen kommt. Die abschmelzenden Polkappen führen dem Ozean große Mengen Süßwasser zu, mit Auswirkungen auf den Golfstrom, von dem insbesondere das Klima Europas abhängt. Zu Lande sind die Auswirkungen ähnlich drastisch – ein Artensterben, das es in diesem katastrophalen Ausmaß seit dem Aussterben der Dinosaurier nicht mehr gegeben hat.

Millionen von Menschen werden weltweit gezwungen sein, ihre Zukunft anderswo zu suchen. Ein Bezug auf das Jahr 1540 – wie vom Leserbriefschreiber angeführt – bietet da keine Lösung, auch wenn es für ihn tröstlich sein mag, dass die damaligen Menschen noch mehrheitlich glaubten, die Erde sei eine Scheibe.

Dietmar Buchholz

Bad Nenndorf