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Leserbriefe Die wahren Probleme liegen woanders
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11:21 18.01.2019
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Wir wollen nicht kleinreden, dass es eine Reihe von Geflüchteten gibt, die Probleme bereiten, sei es in der Verweigerung der Integration, sei es in der Bildung von Clans.

Liest man aber auf Seite 4 derselben Ausgabe, dann erfährt man, dass der Arbeitgeberpräsident die geflüchteten Migranten als Stütze der Wirtschaft bezeichnet. Herr Krämer steht wohl kaum im Verdacht, politisch linkslastig zu sein. Im selben Artikel steht, dass bereits sehr viele Geflüchtete in Ausbildung oder Arbeit sind. Die jetzige Generation dieser Menschen ist ganz überwiegend hoch motiviert, sich in Deutschland zu integrieren und zu arbeiten. Wir als Gesellschaft sollten den Geflüchteten bei der Integration helfen, damit auch die nachfolgenden Generationen sich angenommen fühlen.

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Ein politischer Rechtsruck und das Auseinanderfallen der Gesellschaft ist auch in Ländern zu verzeichnen, die kaum Flüchtlinge aufgenommen haben: Viele osteuropäische Länder sind ein Beispiel dafür. Die Populisten tun dort wie hier das ihrige dazu, gegen Geflohene zu Felde zu ziehen. Dabei sind die schlimmsten aller Flüchtlinge eindeutig die Steuerflüchtlinge. Wenn das Steuersystem entsprechend geändert würde und alle Firmen (auch Google, Facebook und Co.) und alle Menschen ihre Steuern pflichtbewusst in Deutschland zahlen würden, hätten wir vermutlich keine finanziellen Probleme mehr.

Die Ursache der Spaltung der Gesellschaft ist eher in der immer größer werdenden Schere zwischen Armut und Wohlstand zu suchen. Das bestätigt jede seriöse wissenschaftliche Untersuchung. Die Fakten dazu liefert der offizielle Armutsbericht der Bundesregierung.

Bei diesen Problemen sowie bei vielen anderen (Einfluss von Lobbyisten wie zum Beispiel aus der Pharma- und Autoindustrie auf die Regierung, um nur noch ein Beispiel zu nennen) sehen auch wir das Schweigen der meisten Politiker, darunter der bisherigen CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Merkel, mit Besorgnis. Die Flüchtlinge werden aus unserer Sicht immer wieder instrumentalisiert und dominieren in unangemessener Weise den gesellschaftlichen und medialen Diskurs. Damit wird von den wirklichen Problemen abgelenkt.

Gudrun van Lessen und Alf Renners, Auhagen