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Leserbriefe Dienstpflicht, ja bitte!
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15:52 24.08.2018
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Ja, was denn nun? Die eine Umfrage sagt, zwei Drittel der Deutschen sind für eine Dienstpflicht – und dann die Schlagzeile, dass sie skeptisch gesehen wird.

Wahrscheinlich sind das die bekannten Bedenkenträger vorzugsweise in der FDP, die ein solches Ansinnen für so etwas wie Freiheitsberaubung halten.

In einigen Teilen Deutschlands ist es doch schon fast so, dass man beim Anruf bei einer Notrufzentrale auf dem Land fürchtet, die Bandansage zu hören: „Ihr Anruf ist gezählt. Bitte legen Sie wieder auf.“ Und woher hat man die Erkenntnis, man könne keinen dienstverpflichten? Es gibt bereits jetzt die Möglichkeit, im Rahmen des Bevölkerungsschutzes Bürger zu Dienst- und Hilfeleistungen zu verpflichten.

In einigen Orten gibt es mangels Freiwilliger schon eine Pflichtfeuerwehr. Ich halte eine allgemeine Dienstpflicht für ein probates Mittel, bei den Blaulichtorganisationen, in der Pflege und bei der Bundeswehr Personalengpässe abzumildern. Und es sprechen sich wohl hauptsächlich die gegen eine Dienstpflicht aus, die davon betroffen sein könnten.

Aber da fällt mir der Spruch ein:„Wer einen Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen.“ Und wenn jetzt der Liquidator der Wehrpflicht von und zu Guttenberg sagt, das lässt sich finanziell nicht darstellen, dann ist das genau so ein Totschlagargument, wie der Spruch von Kanzlerin Merkel 2015 bei der Flüchtlingskrise: „Wir schaffen das!“ Nach Zeitungsmeldungen wird der Bund bis 2020 zur Verwirklichung dieses Spruches mehr als 93 Milliarden Euro für Flüchtlinge aufgewendet haben.

Im Übrigen bin ich dafür, dass alle dauerhaft hier lebenden Menschen ein Pflichtjahr oder einen Pflichtdienst abzuleisten haben. Mit dem Bundesfreiwilligendienst hat man dafür ja schon mal einen Grundstein gelegt. Man könnte auch mal auf das so liberale Schweden schauen, wo man inzwischen wieder eine Dienstpflicht für alle eingeführt hat.

Außerdem muss der freiwillige Dienst für die Gemeinschaft auch handfeste Vorteilen mit sich bringen, zum Beispiel einen Bonus bei der Rentenversicherung. Auch Steuervorteile wären denkbar. Nur Schulterklopfen und eine Ehrenamtskarte werden der Sache längst nicht gerecht.

Siegfried Wache

Bückeburg