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Leserbriefe Eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft
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19:10 28.12.2018

Der Artikel grenzt daher an ein spätes Weihnachtswunder. Auch, weil gerade das jeweilige Gejammere der Autobranche über zu harte Vorgaben aus Brüssel beleuchtet wird. Und dann obendrein dieser erstaunliche Satz im Artikel: „Doch der Weg in die richtige Richtung ist klar erkennbar.“

Dass diese elektrifizierte Richtung zumindest für den „Normalarbeitnehmer“ gilt, dürfte wohl klar sein. Denn dieser fährt doch sicherlich nicht jeden Tag 200 bis 300 Kilometer zur Arbeit, zum Supermarkt, zum Kindergarten oder zur Oma. Und diese – natürlich viel zu geringe – Reichweite, mit der gegen das E-Auto noch verzweifelt gekämpft wird, ist ja bereits mit 300 bis 400 Kilometer Realität.

Beim Kauf des neuen E-Autos gibt‘s ja gleich noch einen riesigen Vorteil automatisch dazu: Man hat jetzt ein Auto mit Automatik-Getriebe, denn es fehlt der Schaltknüppel für die Gänge und das Kupplungspedal fehlt auch. Und dann erst der kraftvolle Spurt beim Anfahren. Dazu kommt die erfreuliche Kosteneinsparung durch die von Fachleuten bereits auf bis zu geschätzt 40 Prozent geringeren Werkstattbesuche.

Und man muss nicht bei Wind und Wetter zur Tankstelle fahren. Beim E-Auto funktioniert das „Tanken“ über Nacht durch die stinknormale 220 Volt-Steckdose (mit verbilligtem Nachtstromtarif, oder gar über die eigene Solaranlage auf dem Garagendach). Und durch dieses schonende Laden wird auch noch die Lebensdauer des Akkus verlängert.

Wann werden die vielen Pflegedienste auf das E-Auto umsteigen, um den Personalzeitaufwand für laufende Inspektionen, Ölwechsel, Filterwechsel, Tankstopps usw. einzusparen? Wann folgen die Taxiunternehmen? Die Post macht doch vor, wie es geht. Speziell das Handwerk hat es da ganz leicht: Frühmorgens am Bau ankommen, wird der E-Transporter sogleich an die Steckdose angeschlossen, die auch die Zementmischmaschine mit Strom versorgt. Zum Feierabend geht es dann mit vollgeladenem Akku (nicht Batterie) zur Werkstatt zurück. Frank-Thomas Wenzel hat völlig Recht mit seiner Aussage: „Die Verkehrswende ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft.“

Dieter Störig

Bad Eilsen