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Leserbriefe Eine einmalige Chance für Altenhagen II
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21:33 10.09.2019

Es gab kein tragfähiges Argument, dass ein solches Baugebiet, in dieser topografisch schwierigen Lage, nur ansatzweise rechtfertigen könnte.

Einzig die Aussage, es gäbe immer wieder Anfragen nach Bauland wurde von einzelnen Ratsmitgliedern eingebracht. Bei genauer Nachfrage stellte sich allerdings heraus, dass selbst diese Interessenbekundungen offensichtlich nicht abgesichert sind.

Die Diskussion hat auch gezeigt, dass es in Altenhagen II ausreichend Baulücken gibt, um diesen vermeintlichen Bedarf zu decken. Seitens der Bürger gab es hingegen sehr stichhaltige und vielfältige Argumente gegen diesen Standort. Auf meine Frage, welche Erkenntnisse aus einschlägigen Modellprojekten, wie zum Beispiel „Umbau statt Zuwachs“, bei der Planung berücksichtigt wurden, musste ich leider erfahren, dass diese keine Rolle gespielt haben.

Zu einer verantwortungsvollen Planung für ein Projekt mit diesen Auswirkungen gehört meiner Meinung nach eine fundierte Voranalyse. Bereits an verschiedenen Standorten in Schaumburg fanden Erkenntnisse aus dem Modellprojekt „Umbau statt Zuwachs“ Anwendung. Hier wird eine regional abgestimmte Siedlungsentwicklung von Kommunen unter Berücksichtigung der notwendigen strukturellen Veränderungen im Zuge des demografischen Wandels empfohlen. Damit werden Standortkonkurrenzen und mögliche Fehlinvestitionen in Infrastruktur vermieden. Im Mittelpunkt stehen erforderliche Umbau-, Modernisierungs- und Rückbauprozesse zur Revitalisierung der Ortskerne.

Die zukünftige Entwicklung der Ansiedlungsflächen und Infrastrukturmaßnahmen soll an geeigneten Standorten konzentriert werden. Auf eine Außenentwicklung soll dabei weitestgehend verzichtet werden. Dabei bleibt das Haushaltsrisiko der einzelnen Kommune überschaubar und dem zunehmenden Risiko der Auswirkungen des Klimawandels wird durch einen sparsamen Umgang mit Versiegelungen von kostbarem Ackerland entgegengewirkt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Der Rat hat den Beschluss erst einmal ausgesetzt und sich auf ein, für Altenhagen II, einmaliges Hochschulprojekt eingelassen, dass die Potenziale unseres Dorfes ermitteln soll. Mit den Projektergebnissen und den daraus resultierenden Erkenntnissen wird es im nächsten Frühjahr eine neue Ausgangslage geben.

Vielen Dank für die Initiative an Frau Professor Volk und vielen Dank an den Rat der Gemeinde Messenkamp für die Bereitschaft diese einmalige Chance anzunehmen.

Michael Stemme

Altenhagen II