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Leserbriefe Gegen Betonklotz im Zentrum
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22:28 23.07.2019
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Mit dem Bau des neuen, dreimal so großen Edeka-Marktes wird das Zentrum auf Jahrzehnte verunstaltet.

Während andere Städte die großen Supermärkte an ihren Stadtrand verlegen und ihre Zentren nach und nach vom Verkehr ganz befreien wollen und werden, holt Edeka die Lastwagen und Autos erst richtig ins Zentrum von Lauenau.

Der Flecken wird künftig unter dramatisch zunehmendem Verkehr leiden, denn mit diesem Projekt soll der Kundenkreis – auch aus dem Umland – ebenfalls verdreifacht werden. Wegen solcher Aussichten müsste mit gesundem Menschenverstand ein Standort außerhalb des Zentrums – nämlich an der Bundesstraße – geradezu zwingend geboten sein.

Und dieser Verkehr wird umso schlimmer und gefährlicher, weil wegen der wenig intelligenten Verkehrsführung im Zentrum kein Lastwagen oder Bus durch eine der vier scharfen Kurven mit jeweils abknickenden Vorfahrten fahren kann, ohne die Gegenfahrbahn mitbenutzen zu müssen. Zusätzlich steht der Murks beim sogenannten ZOB einem fließenden Verkehr im Wege.

Nach ausdrücklicher Bestätigung der Verwaltung wird für den ruhenden Verkehr das Parkplatzangebot nicht vergrößert. Aber wo bleiben die zusätzlichen Autos der Auswärtigen dann? Was haben wir Lauenauer von diesem Klotz? Gar nichts.

Wir werden außerdem erleben, dass die letzten Familienbetriebe wie Drogerien, Bäcker et cetera im Flecken gegen den Vollsortimenter Edeka keine Überlebenschance haben. Und wenn sich am Wochenende mal kein Verkehr durch den Flecken quält, dann dürfen wir Lauenauer unseren Besuchern den Betonklotz und einen großen Parkplatz als Lauenaus „Schmuckstück“ zeigen. Vermutlich kommen dann viele Besucher, nur um zu sehen, wie man Städteplanung auf keinen Fall machen darf.

Mein Argwohn besteht auch deshalb, weil bei den Planungen die Fleckenverantwortlichen keinen Wettbewerber als Alternative zu Edeka aufgebaut haben, denn ohne eine Alternative konnten die Verhandlungen des Flecken nur aus sehr schwacher Position geführt werden. Warum wurden außerdem von Gebäude und Parkplatz noch keine Ansichten in Augenhöhe von allen Seiten veröffentlicht?

Künftige Generationen von Lauenauer Bürgern werden den Tag verfluchen, an dem die Fleckenverantwortlichen dem Drängen des Handelsgiganten und des Investors nachgegeben haben.

Georg Reimann, Lauenau