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Leserbriefe Gut, dass es Europa gibt
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20:46 21.12.2018
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Die Werte besagen indirekt, dass 2030 fast jedes zweite verkaufte Auto ein Elektroauto sein muss. Das anschließende Stöhnen der verwöhnten deutschen Hersteller gehört wohl schon zum guten Ton. Warum soll man einen komplizierten, schmutzigen Motor mit über 800 Teilen bauen, wenn es auch einfach und sauber mit 80 Teilen geht? Kein anderer Wirtschaftszweig käme auf so eine abstruse Idee.

Während man bei uns noch über CO2-Grenzwerte spricht, ist der Verbrennungsmotor in anderen Ländern ab 2030 bzw. 2040 bereits verboten. Der Weckruf aus Brüssel könnte also gerade noch rechtzeitig gekommen sein, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie zu sichern. Er wäre nicht erforderlich gewesen, wenn Hersteller in Deutschland von alleine frühzeitiger auf nachhaltige Antriebe umgeschwenkt und die Verbraucher sie auch gekauft hätten.

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Gut, dass wir nicht nur auf die deutsche Politik angewiesen sind, sondern mit der EU eine Institution haben, die sich traut, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Schließlich geht es um nicht weniger, als die „Heißzeit“ (immerhin Wort des Jahres 2018) bei etwa 1,5 Grad Erwärmung aufzuhalten, und selbst dieser Anstieg wird schon Millionen Menschen den Lebensraum nehmen, von Tieren und Pflanzen ganz zu schweigen, immense Schäden durch Extremwetter und einen Anstieg des Meeresspiegels verursachen. Der Versuch der Autolobby, Arbeitsplätze gegen unsere Lebensgrundlage aufzurechnen, ist pervers.

Nun liegt es an uns, dass das Ergebnis für alle ein Erfolg wird. Der Kohleausstieg gehört schnellstmöglich beschlossen, damit Elektroautos mit sauberer Energie fahren.

Mit einer eigenen PV-Anlage auf dem Dach fährt man nicht nur sauber, sondern tankt auch fast umsonst. Es ist Aufgabe der Lokalpolitik, vor Ort die Voraussetzungen für die Verkehrswende zu schaffen und insbesondere auch den systematischen Ausbau privater Strom- und Windkraftwerke zu fördern.

Daniel Milbradt

Auetal