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Leserbriefe Herr Schmidt und die Zahlen
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21:00 23.11.2018
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Im „Wohnraumversorgungskonzept“ heißt es dazu: „Verschiedene fiskalische Wirkungsanalysen zeigen, dass eine langfristige finanzielle Vorteilhaftigkeit nicht gegeben ist.“ Im Übrigen ist die von ihm genannte Zahl der Mitglieder der Bürgerinitiative ebenfalls falsch. Es sind rund doppelt so viele – und täglich steigend.

Aber auch bei der Sitzung des Bauausschusses vom 14. November setzte sich der „ungenaue“ Umgang mit Zahlen fort. Sinngemäß erklärte Herr Schmidt, dass in den letzten 15 Jahren etwa 30 Hektar bebaut wurden, und nun geplant sei, in den kommenden 17 Jahren noch etwa 18 Hektar zu bebauen. Aber auch hier stimmen die Zahlen nicht.

In den Jahren 2000 bis 2015 wurden die Baugebiete „Auf dem Lay“, „Peser“ und „Vorderes Hohefeld“ entwickelt und bebaut. Gesamt sind dies circa 21 Hektar. Für die Jahre 2016 bis 2035 (auf diesen Zeitraum bezieht sich das „Wohnraumversorgungskonzept“) sind nach Herrn Schmidt weitere 18 Hektar geplant. Was dabei jedoch unberücksichtigt bleibt, sind das Baugebiet „Hinteres Hohefeld“ und weitere kleine Baugebiete. Hier sind zu der vom Herrn Stadtdirektor genannten Zahl nochmals mindestens 14 Hektar hinzuzurechnen. Also: 21 Hektar (2000 bis 2015) und 32 Hektar (2016 bis 2035). Ein moderates, verlangsamtes Wachstum kann ich diesen Zahlen nicht entnehmen – im Gegenteil.

Im vielfach zitierten „Wohnraumversorgungskonzept“ wurde das „Hintere Hohefeld“ überhaupt nicht flächenmäßig erfasst. Scheinbar wurde lediglich der Bedarf berechnet, ohne bereits vorhandene, freie Flächen in Abzug zu bringen. Dieser „kreative“ Umgang mit Zahlen erweckt den Eindruck, eine schnellstmögliche und maximale Bebauung von Bad Nenndorf zu forcieren. Natürlich möglichst unauffällig.

Es verwundert mich nun nicht, dass er nach dieser ungewöhnlichen „Art der Arithmetik“ von einer schweigenden Mehrheit von ambitionierten 99 Prozent für seine Pläne ausgeht. In diesem Zusammenhang wünsche ich mir sowohl von den Mitgliedern im Stadt- und Gemeinderat, aber explizit auch dem Bauamt mehr kritische Beurteilungen solcher Aussagen.

Oliver Müller

Bad Nenndorf