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Leserbriefe Hubschrauberträger mit humanitärer Mission
Mehr Meinung Leserbriefe Hubschrauberträger mit humanitärer Mission
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20:29 27.03.2019
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Um sich die Kosten vor Augen zu halten, muss man bedenken, dass der Bau eines amerikanischen Flugzeugträgers bis zu vier Milliarden Euro verschlingt. Allein für den täglichen Unterhalt müssen gut zwei Millionen Euro aufgebracht werden.

Christian Möllering – ein Experte für Sicherheits- und Verteidigungspolitik bei der Gesellschaft für Auswärtige Politik – beurteilt das Vorhaben einerseits kritisch, aber andererseits sagt er: „Letztlich ist es eine Frage der gemeinsamen Vision, des gemeinsamen Wollens. Offenbar wollte die mögliche künftige deutsche Regierungschefin hier ein deutliches Signal setzen.“

Die Vision und das deutliche Signal müssten meiner Überzeugung nach in eine ganz andere Richtung gehen: Bau eines humanitären Hubschrauberträgers, Deutschland und Frankreich stellen jeden Tag zwei Millionen Euro zur Verfügung und haben vier Milliarden Euro für den Bau investiert. Nun schwimmt er – der humanitäre Hubschrauberträger „Albert Schweitzer“ – auf den Weltmeeren. Die Fachkräfte wie Ärzte, Pflegepersonal, Juristen, Polizisten, Friedensfachkräfte, Pädagogen, Mediatoren, Fremdsprachenspezialisten, Technisches Hilfswerk, wurden über Jahre ausgebildet. Sie werden angemessen bezahlt und sind sehr motiviert jederzeit an jedem Ort helfen zu können, wenn sie gefragt und gebraucht werden.

Es gibt Zelte an Bord, Medizin, Decken, Essen, Wasser, mobile Krankenhäuser und Schulen für tausende in Not geratene Menschen. Hubschrauber und Fahrzeuge können das Material und die Fachkräfte in kurzer Zeit überall hinbringen. Europa ist stolz auf den ersten humanitären Hubschrauberträger „Albert Schweitzer“.

Dies wäre eine Vision für Europa. Aber sicherlich nicht ein militärischer Flugzeugträger. Dieser ist ein deutliches Signal der gewalttätigen Machtdemonstration. Er ist ausschließlich darauf angelegt, mit Präzisionsbomben, Drohnen und Marschflugkörpern einzugreifen. Dieses Bild macht deutlich, wohin verschiedene politische Kräfte Europa steuern wollen: endgültig weg von einer Friedensmacht – hin zu einer Militärmacht. Es gilt, dieses an der Wahlurne bei der Europawahl am 26. Mai zu verhindern. Die Beteiligung an einem Ostermarsch ist ebenfalls ein deutliches Signal.

Dieter Meimbresse, Lauenau

Pastor i. R., Friedensbeauftragter des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg