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Leserbriefe Kinder sind Leidtragende der Untätigkeit
Mehr Meinung Leserbriefe Kinder sind Leidtragende der Untätigkeit
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17:39 31.05.2019

Es hätten von 1100 Schülern weniger als die Hälfte an der Demo teilgenommen, der überwiegende Rest habe Verantwortungsbewusstsein bewiesen und sich für den Unterricht entschieden, wahrscheinlich, um Profi zu werden und das Klima auf diesem Weg zu retten.

Die Beweggründe dieser Schüler lässt Herr Kirstan offen. Von Wahlpflichtfächern oder von für den Tag angesetzten Klassenarbeiten, bei denen eine Absenz völlig ausgeschlossen ist, kein Wort.

Bei der Vergegenwärtigung aller möglichen Unwägbarkeiten, an der Demo teilzunehmen, ist es nicht überraschend, dass Herr Rolnik in seinem Brief schreibt, dass er seinen Kindern die Teilnahme an den „Fridays-for-future“-Demos untersagt habe, solange sie ihr eigenes Verhalten nicht nachhaltig klimafreundlich gestalteten. Denn scheinbar lassen sich alle an den Demos teilnehmenden Kinder und Jugendliche in dicken SUVs, zu deren Erwerb sie ihre Eltern unter Androhung von Liebesentzug gezwungen haben, zur Schule chauffieren.

Geht es aber dann nicht eher um das Verhalten der Eltern? Und nebenbei gefragt: Wie viele Eltern haben ihren Kindern die zuvor schriftlich einzureichende Erlaubnis zur Demo nicht erteilt?

Der Sinn dieser weltweiten Demonstrationen ist jedenfalls, die vorhergehenden, in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aktuell Verantwortung tragenden Generationen daran zu erinnern, dass die jetzigen Kinder und Jugendlichen die Leidtragenden bei Untätigkeit der Verantwortlichen sein werden.

Mit einem: „Wer ohne Sünde ist, darf demonstrieren gehen“ kommen wir von daher nicht weiter.

Stephan Jacob

Rinteln