Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Leserbriefe Konsequenzen für alle
Mehr Meinung Leserbriefe Konsequenzen für alle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:38 24.05.2019
Anzeige

Tempoverstöße sind nicht immer Unfallursachen, beeinflussen allerdings die Unfallschwere ganz erheblich. Die Hauptunfallursache dürfte inzwischen die „mangelnde Aufmerksamkeit“, kombiniert mit einer fehlerhaften Beschilderung und die daraus resultierende längere Reaktionszeit sein. Da hiervon alle Verkehrsteilnehmer betroffen sind, auch Radfahrer und Fußgänger, wäre eine konsequente Ahndung bei Ablenkung jeglicher Art bei allen Verkehrsteilnehmern und Straßenbaulastträgern wünschenswert. Wahlplakate, Informations- und Werbetafeln haben an Verkehrsknotenpunkten, wo die volle Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer ohnehin schon gefordert wird, nichts zu suchen. Zur Erinnerung:

§ 1 StVO Grundregeln.

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder, mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Auch Fußgänger und Radfahrer nehmen am Verkehr teil. Das Telefonieren sollte auch mit Freisprecheinrichtung verboten werden, denn nicht das Halten des Handys ist das Problem, sondern die mit der Kommunikation verbundene Informationsverarbeitung, die zwangsläufig zu Wahrnehmungseinschränkungen führt.

Das hat auch jeder schon erlebt: Wenn man sich hinter einer Ampelkreuzung fragt, war jetzt rot oder grün? Verkehrsüberwachung kann nur erfolgreich sein, wenn das eigentliche Ziel, nämlich die „Verhaltensänderung bei den Verkehrsteilnehmern“ und nicht die wirtschaftlichen Interessen verfolgt werden. Nachdem nun fast jeder Landkreis seinen „Blitzer“ auf der Autobahn positioniert hat, steigen die Unfallzahlen trotzdem. Also wenn man nur die große Keule schwingt und damit die Akzeptanz und Einsicht der Verkehrsteilnehmer verfehlt, darf man sich nicht wundern, dass die Unfallzahlen steigen.

Ein weiteres Problem sind die Vorgaben von Verkehrsregeln, die leider nicht immer den Verwaltungsvorschriften zur StVO entsprechen, sondern eher aus „politischen Verkehrszeichen“ bestehen, obwohl (oder weil) die Samtgemeinden Bad-Nenndorf und Rodenberg als unterste Verkehrsbehörde über Anordnungsbefugnis verfügt.

Wilfried Bock, Lauenau