Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Leserbriefe Nein zur Geldverschwendung
Mehr Meinung Leserbriefe Nein zur Geldverschwendung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:23 26.02.2019

Die hier von eindeutig festgelegter Seite vorgeschobene Begründung einer zu großen Vielfalt an Möglichkeiten, die der normale Bürger in einer Befragung über Erhalt oder Neubau unserer Stadthalle gar nicht berücksichtigen könne, ist in meinen Augen ähnlich glaubwürdig wie eingangs erwähnte Minister-Äußerung. Künstlich hochgerechnete Varianten zu Sanierung, Verkauf oder Neubau sind doch schlicht schlechte Nebelkerzen.

Es geht einzig um eine Grundsatzfrage: Neubau der Halle als künftiges Ratsdenkmal oder Sanierung eines über Jahrzehnte bewährten Gebäudes. Und da kann ein Bürger ebenso votieren, wie er es zur Ratswahl ebenfalls darf.

Glauben einige Politiker wirklich, dass mögliche Käufer aus der freien Finanzwirtschaft eine angebliche Brückentor-Ruine für viel Geld erwerben würden? Wollen wir also eine Bauruine mitten in unserer Stadt? Denn was ist einem Gebäude, das nach Gefälligkeitsgutachten nicht mehr betriebsbereit ist, vorherbestimmt? Leerstand. Und der wird doch schon so häufig bejammert, wenn auch nur ein Ladengeschäft in der City leer steht.

Verkauf des jetzigen Brückentores, Sanierung durch diesen Käufer und Rückvermietung an die Stadt ist doch die für uns Steuerzahler absolut teuerste aller Möglichkeiten. Solch ein Käufer rechnet erst mal großzügig Kosten noch höher als unsere Politiker mit schon veröffentlichten, aber unbewiesenen Millionensummen, dann schlägt er seine Gewinnmarge von mindestens zwölf Prozent – eher mehr – drauf. Dann rechnet er eine gewünschte Verzinsung für 20 oder 25 Jahre hinzu und berechnet daraus die jährlichen Leasinggebühren für Rinteln.

Nicht besser beim Neubau. Es ist leider immer wieder der gleiche widerwärtige Trick, nach dem Politiker uns die Welt zunächst so verkaufen, wie sie sie gern hätten. Das Bestehende wird schlecht gemacht und beim Neubau wird nicht nur weitere Fläche unnötig versiegelt, neue Straßen und Parkplätze gebaut, sondern es laufen – weil vorher gezielt zu niedrig kalkuliert – die Kosten völlig aus dem Ruder. Dann aber gibt es kein Zurück mehr und wir Bürger müssen blechen für die Eitelkeit der Neubaufraktion. Nur eine Partei ist immer fein heraus, denn es war ja eine demokratische Willensbildung, und zahlen brauchen diese Politiker für ihre Fehler leider nie.

Da ist eine Bürgerbefragung natürlich ein Risiko. Es könnte ja der Verstand sich doch einmal mit einem Nein zur Geldverschwendung durchsetzen.

Martin Kampmeier

Rinteln