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Leserbriefe Nicht die feine englische Art
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18:18 25.06.2019
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Es ist doch so, dass jeder, der sich wichtig machen will, englische Begriffe gebraucht. Das geht so weit, dass während der Phase des Sommerschlussverkaufes in der Fußgängerzone in Rinteln an manchen Läden das Wort „SALE“ – zu deutsch „Verkauf“ – steht. Und was machen die in der übrigen Jahreszeit?

Aber um auf die von Herrn Pavel beschriebene Szene zurückzukommen. Es ist ja verständlich, dass die Schüler zeigen wollen, dass sie Englisch gut gelernt haben. Aber unter den Zuschauern sind viele, die in Ihrer Jugend kein Englisch gelernt haben und die fühlen sich jetzt ausgeschlossen. Die Bemerkung eines Schülers – „Hat der überhaupt begriffen, um was es hier geht?“ – ist doch wohl nicht die feine englische Art. Man könnte das auch noch anders kommentieren.

Wenn wir auch ein vereinigtes Europa haben, so besteht dieses Europa aus einer Gruppe von Nationen mit nationalen Sprachen. Und die Sprache von Goethe und Schiller, von Heinrich Heine und Lessing und vielen anderen Größen unserer Kultur wollen wir doch im Prinzip bewahren. Natürlich kommen wir in der digitalen Technik um das Englische nicht herum, aber im Alltagsgebrauch gegenüber allen Menschen sollten wir doch auf unser wichtigstes Kulturgut, unsere eigene Sprache, nicht verzichten.

Rudolf Conrad

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