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Leserbriefe Packen wir es sachlich an!
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15:03 23.08.2019
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Dabei bleiben oft die Sachlichkeit und Faktenlagen auf der Strecke.

1. Die Umstellung aller Autos auf Hybrid oder sogar voll elektrisch ist völliger Unsinn. Warum sagt keiner ehrlich, dass alternative Kraftstoffe zur Zeit in der Entwicklung sind, funktionieren aber noch zu teuer und nicht massentauglich (wie übrigens auch das Elektroauto).

Wie alle Entwicklungen braucht das Zeit, die man sich nehmen muss, damit es auch gut wird. Das Kind mit dem Bad auszuschütten, bringt hier einfach nichts. Wer will, kann alle bisher wissenschaftlich belegten Fakten dazu nachprüfen.

2. Plastiktüten verbieten, ist ja auch ganz einfach sinnlos, wenn es nur in Deutschland passiert. Es ist doch erwiesen, dass der ganze oder zumindest größte Teil des Mülls in den Ozeanen aus den Flüssen Indiens, Asiens und Vietnams kommt. Einfacher wäre es doch, die Plastiktransporte aus Europa in diese Gegenden zu verbieten und zwingend hier zu entsorgen oder wieder verwertbar machen zu lassen.

3. Die Coffee-to-go-Becher sollten mit Pfand wie Flaschen belegt werden und selbst weggeworfene würden von den heutigen Flaschensammlern gerne mitgenommen und zu Geld gemacht werden. Verkaufsstellen müssen zurücknehmen und wie beim Grünen Punkt bezahlen. Zigarettenkippen wegzuwerfen muss eine Ordnungswidrigkeit werden und entsprechend geahndet werden wie Parkverstöße. Und wer bestreitet, dass das seine Kippe ist, zahlt den DNA-Test gleich mit.

4. Wenn Kreuzfahrtschiffe mit giftigen Schwerölen über die Meere fahren dürfen und die Häfen mit giftiger Luft verpesten, die in Städten sofort Fahrverbote hervorbringen, dann ist es doch verwunderlich, dass hier nicht einer sagt, zwingend an die vorhandenen Elektroaufladezonen in Häfen beziehungsweise hohe Gebühren denken, wenn noch keine da sind, die dann mit diesen Einnahmen gebaut werden können.

Überhaupt hört man nichts von den die Luft unserer Welt verpestenden Containerschiffen und sonstigen Schiffen, die alle mit giftigem und billigem Schweröl fahren – auch hier muss es weltweit Lösungen geben. Dann werden die Preise halt höher, und dass die Umwelt schützen nicht zum Nulltarif zu haben ist, hätten auch alle Autobauer sagen müssen. Wenn sie ehrlich gesagt hätten, dass CO2-Minderung machbar, aber teuer ist, dann hätten sie sich Milliarden und ein schlechtes Lügen- image erspart.

Es gibt noch so viel zu tun: Packen wir es sachlich und vorausschauend an.

Waltraut Bregulla-Thiele, Rinteln