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Leserbriefe Politische Sprachlosigkeit
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19:44 26.07.2019

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung und deshalb muss man auch die vorbildliche Initiative von Eckhard Ilsemann loben, der in Sülbeck eine Streuobstwiese eingerichtet hat.

Am Feldweg, der zur Wiese führt, steht ein Schild mit der Aufschrift „Wildtiere brauchen Schutz und Ruhe“. „In den nächsten 20 bis 30 Jahren ist das alles hier landwirtschaftliche Fläche“, sagt Ilsemann im Interview, „da darf hier keiner bauen“. In der gleichen Ausgabe der Zeitung finden wir ein Statement der Nienstädter SPD, in dem sich Ilsemanns Parteigenossin Frau Reckmann erneut und vehement für die Ortsumgehung Sülbeck/Nienstädt ausspricht. Größer könnte der Widerspruch nicht sein, denn Ilsemanns Grundstück liegt nur wenige Meter von der geplanten Trasse der B65-Umgehungsstraße entfernt.

Bei Umsetzung der Planung wird es mit der Ruhe vorbei sein und die letzten Nischen, in denen es Platz für Wildtiere gibt, werden dann auch zerstört sein. Darüber verliert Ilsemann kein Wort. Fraktionszwang und Linientreue verbieten es ihm anscheinend, sich zum Thema zu äußern. Auf diese Art und Weise werden in sich ändernden Zeiten längst überholte Ziele aus den siebziger Jahren verfolgt, deren Umsetzung heute nur noch schädlich ist. Politische Schwergewichte der jüngeren Generation, wie Herr Ilsemann, verharren zu diesem Thema in der politischen Sprachlosigkeit.

Unsere Volksvertreter sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen. Oftmals werden Politiker mit den Worten zitiert, ihren Worten müssten auch Taten folgen. In diesem Fall kann man sagen, dass grüne Taten allein nicht ausreichen.

Thomas Knickmeier
Tallensen