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Leserbriefe Überzogene Problematisierung
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16:24 22.02.2019
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Er muss in aller Priorität vor einer weiteren Schließung bewahrt werden. Für Theaterveranstaltungen, Konzerte, aber auch für Vereine, Verbände, Jugendveranstaltungen und vieles mehr bedeutet der Ratsbeschluss einen weitgehenden Kahlschlag – und das für viele Jahre.

Der BTS gehört zu Rinteln wie Schulen, Kindergärten, Dorfgemeinschaftshäuser und niemand würde auf die Idee kommen, diese einem Investor zur Reparatur zu übertragen und sie dazu langjährig schließen. Finanzielle Tricksereien helfen hier nicht weiter. Kein Investor nimmt zum Vorteil unserer Stadt Millionen in die Hand. Sicher ist der Saal nach 40-jähriger Nutzung erheblich renovierungsbedürftig. Nach den in der Öffentlichkeit bekannten Informationen ist eine Instandsetzung möglich.

Durch bauliche Veränderungen könnten die kritischen Fluchtwege geschaffen werden. Die sehr ansehnliche Glasfassade ist aus thermischen Gründen sicher zu ersetzen. Dabei könnten über die ganze Breite Fluchttüren vorgesehen werden. Außen wäre eine gekonnt gestaltete Treppe vielleicht sogar eine Verbesserung zu den wenig ansehnlichen Betonriegeln.

Die Innenausstattung hat den Charme der siebziger Jahre – na und? Dach, Lüftung, Heizung, Sanitär könnten zu gegebener Zeit folgen. Was noch? Man sollte vermeiden, die sicher erheblichen Instandsetzungskosten hochzurechnen. Hier merkt man die Absicht und ist verstimmt. Die problematischen Eigentumsverhältnisse wären sicher zu lösen, da der Partner verhandlungs- und verkaufswillig ist. Ein leistungsfähiges Planungsbüro bringt sicher noch weitere Vorschläge. Und dann schnell an die Arbeit.

Bleibt noch eine Anmerkung zu dem Leserbrief von Tim Krüger: „Wer mag da wohl die Feder geführt haben?“ Der Kulturring ist seit Jahrzehnten tätig, ehrenamtlich, und wir meinen: im Sinne der Stadt. Und wir tun das gern.

Wenn man uns die Tätigkeitsgrundlage nimmt, kann keine freudige Zustimmung erwartet werden. Dazu braucht es keine parteipolitische Beeinflussung von wem auch immer. Wir brauchen keine Nachhilfe im Demokratieverständnis, keine Ermahnung zur Wahrheit. Unseriös ist die Suggerierung der Rechtswidrigkeit unseres Handelns. Ganz daneben ist der ehrenrührige Angriff auf unsere Geschäftsführerin. Leider ist das Projekt in die Rangeleien der Parteien geraten.

Lasst die Kirche im Dorf. Das gilt sowohl für den Standort als auch für die überzogene Problematisierung.

Eberhard Kirsch, Rinteln