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Leserbriefe Weidetierhaltung geht nur ohne den Wolf
Mehr Meinung Leserbriefe Weidetierhaltung geht nur ohne den Wolf
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19:44 26.07.2019

Dieser Argumentation kann ich noch ansatzweise folgen, obwohl ich den Anblick der friedlich grasenden Tiere im Auetal durchaus zu schätzen weiß. Von diesem Anblick müssen wir uns aber definitiv verabschieden, wenn Wölfe im Weserbergland erst heimisch sind. Verabschieden müssen wir uns dann auch von der Weidetierhaltung mit Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden, denn das Märchen von der Beherrschbarkeit des Wolfes durch Elektrozäune ist und bleibt ein Märchen.

Wir hatten gerade eine Zusammenkunft von niedersächsischen Schäfern. Dabei wurde ich der neuesten Verlustmeldungen gewahr: Eine Schäferin aus dem Landkreis Nienburg hat nach wiederholten Attacken auf ihre Schafe die Schafhaltung aufgegeben.

Das sind alles nur Einzelfälle, sie stehen aber stellvertretend für einen Prozess, der in den „Wolfsgebieten“ massiv in Gang gekommen ist. Klar geht das Leben auch weiter, wenn keine Mufflons mehr da sind, und auch wenn die Weideflächen im Weserbergland frei von Weidevieh sind, wird morgens die Sonne aufgehen und sie wird abends auch zuverlässig wieder untergehen.

Aber wir müssen uns entscheiden: Wollen wir Mufflons, Rinder und Schafe, dann kann das in unserer Region nur ohne den Wolf funktionieren. Wenn wir aber stattdessen den Wolf vorziehen, dann sind wir auf dem besten Wege dahin. Der Wolf scheint ja auch einen derart hohen Wert zu haben, dass für ihn bundesweit bereits 75 Millionen Euro ausgegeben wurden.

Wer diese Summe ins Verhältnis zu den geschätzt 1000 Wölfen in Deutschland setzt, kommt ins Grübeln. Es hat mir auch noch niemand klarmachen können, welche Spezies durch die Anwesenheit des Wolfes profitiert, außer er selbst. Bei genauerer Betrachtung fallen mir dann doch zwei Säugetierarten ein: der arbeitslose Biologe und der Psychotherapeut, der sich auf traumatisierte Landwirte spezialisiert.

Christoph Höller
Friedrichswald