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Leserbriefe Windräder schmälern Wert der Region
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19:44 26.07.2019

Das Engagement des Nabu gegen die vogel- und fledermaustötenden Windräder hilft dabei nicht nur der Natur. Es hilft ganz beiläufig auch elementaren wirtschaftlichen Interessen Rintelns und seiner Nachbarorte.

Die geplanten Windindustrieanlagen werden, falls sie tatsächlich gebaut werden, den Fremdenverkehr im Wesertal ebenso schädigen, wie sie den Wert unserer Region als Wohnort schmälern werden. Beim Gang über die Weserbrücke werden wir dort, wo jetzt noch die Schaumburg zu sehen ist, nur noch die zappelnden Rotoren bei Westendorf wahrnehmen. Selbst von der Schaumburg aus wird man zu den Flügelspitzen der Anlagen noch aufschauen müssen.

Völlig größenwahnsinnig werden die Anlagen in Silixen sein. Mit einer Höhe von 320 Meter über dem Niveau des Wesertals und dabei ständig in Bewegung, werden sich die Rotoren nicht nur Bäume und Häuser, sondern auch die Berge optisch unterwerfen.

Diese Verzwergung und Entwertung des Landschaftsbildes verhöhnt alle, die sich in ihren Orten für ein lebenswertes Umfeld einsetzen, und sie bringt uns auch um einen unserer wichtigsten Standortvorteile im Wettbewerb um Neubürger. Jeder hausbesitzende Rintelner wird das bei einem möglichen Verkauf seiner Immobilie spüren und bezahlen.

Zynisch ist es, wenn sich die Vertreter der Windindustrielobby das Klima-Mäntelchen umhängen und so tun, als ob nicht das sprudelnde Subventionsgeld, sondern die Sorge um die Natur ihr eigentliches Anliegen sei. Doch der Planungsfirma „Get project“ geht es genauso wie ihren Aktionären nur um Geld. Wahrlich, eine Natur, die solche „Freunde“ hat, braucht keine Feinde mehr.

Dabei wissen auch die gut vernetzten Profiteure der riesigen Subventionspumpen: Am deutschen Windkraftwesen wird nicht die Welt genesen, auch wenn man in allen Winkeln der Erde noch so sehr auf das kleine Deutschland und seine einzigartigen Experimente schauen und sich gefälligst ein Beispiel nehmen soll. Außerhalb der deutschen Käseglocke ist man realistischer und effektiver und setzt (wie Greta Thunberg übrigens auch) längst lieber auf modernisierte Kernkraft – so auch das Öko-Vorbild Schweden.

Aber bis dieser Groschen auch hier bei uns gefallen ist, werden wohl weiterhin im Namen der guten Sache Landschaft und Natur verwüstet. Wie sagte schon – sinngemäß – ein weiser Indianer: „Wenn das letzte Stückchen Ackerland durch Biogas-Mais verödet und ausgelaugt ist, wenn das letzte Stück Landschaft durch eure Windindustrie missbraucht und entwertet ist, wenn auch die letzte Wiese unter euren Solarmodulen zugepflastert ist und wenn auch der letzte ‚Öko‘-Aktionär sich dabei reinen Gewissens die Taschen voll Geld gestopft hat, dann werdet ihr vielleicht feststellen, dass man Umweltschutz nicht ohne die Umwelt machen kann.“

Stefan Meyer
Rinteln