Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Leserbriefe Wollen wir uns wirklich krank machen lassen?
Mehr Meinung Leserbriefe Wollen wir uns wirklich krank machen lassen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
23:04 20.09.2019
Anzeige

Schon seit geraumer Zeit steht dort eine Windmessstation auf dem Feld und auch Bodenuntersuchungen wurden bereits vorgenommen – alles Vorbereitungen, um die Genehmigung für den Bau von zwei jeweils 240 Meter hohen, krachmachenden Windanlagen voranzutreiben.

Riesen-Windräder, deren Flügelspitzen eine Geschwindigkeit von bis zu 400 Stundenkilometern erreichen. Und in deren Sog auf der einen Seite sämtliche Vögel ohne mit der Wimper zu zucken, zerrissen werden. Auf der anderen, der Druckseite, beschert uns Anwohnern dieser Industrieanlagenkomplex permanenten Lärm und fatalerweise auch noch ein Infraschall-Bombardement. Er durchdringt die dicksten Wände der Wohnhäuser und ist auch noch in 20 Kilometern Entfernung messbar; bei circa 30 Prozent aller Anwohner kann er Tinnitus, Schlafstörungen, Übelkeit, Konzentrationsschwäche und Herzbeschwerden verursachen.

Anzeige

Obwohl Ärzte für Immissionsschutz, und auch das Robert-Koch-Institut, so wie viele andere Wissenschaftler und besonders Biologen vor den gesundheitlichen Schäden warnen, findet der Infraschall beim Genehmigungsverfahren paradoxerweise (noch) keine Beachtung. Was eben nicht alle betrifft, wird erst mal unter den Teppich gekehrt und als Einbildung einiger weniger abgetan. Nur die, die es dann erwischt, die also mit den Folgen von Infraschall leben müssen, die haben keine andere Wahl, als der Pein auszuweichen und ihren Wohnort aufzugeben.

Beispiel Henstorf im Kalletal, wo von den 27 Familien bereits fünf wegziehen mussten, da für sie die gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht mehr auszuhalten waren. Denn klar ist doch: Steht das Riesen-Windrad erst einmal, dann dreht es 20 Jahre seine Runden und hat in dieser langen Zeit heftige Auswirkungen auf alles in seiner Nähe. Doch die Lobby ist groß und sie hat offensichtlich Angst um ihre Einnahmen.

Bundes- und Landesregierungen insbesondere Gesundheitsministerien versagen bei der Schadensbegrenzung, da fragt man sich: Warum wohl? Denn bundesweit werden vorhandene Windräder und deren Betreiber beklagt. Beim Bundesverfassungsgericht haben Bürgerinitiativen eine Verfassungsbeschwerde wegen Verletzung des Grundgesetzes §2, Abs. 2 eingereicht, in dem uns Bürgern körperliche Unversehrtheit zugesichert wird.

Ich dachte eigentlich „Wir sind doch die Bürger“ und daher hat uns der Staat auftragsgemäß gegen die schädlichen Auswirkungen von Infraschall zu schützen! Doch er verschließt gerne die Augen, wenn es um die oberflächliche Durchsetzung der eigenen Klimaziele geht und die Windlobby weiter den Singsang des Allheilmittels „Windkraft“ im nationalen Chor besingt!

Auch die Stadt Rinteln kämpft gegen diese überdimensionierten Windmühlen in ihrem Außenbereich an und hat versichert, alles in ihrer Macht stehende tun zu wollen, um diese Gefährdung von Mensch, Tier und intakter Naturlandschaft zu verhindern.

Lassen Sie uns gesund bleiben und nicht der Geldgier und der kurz gedachten Umweltziele einiger weniger für die langen 20 Jahre der garantierten Einspeisevergütung zum Opfer fallen.

Harry Denz, Beirat im Verein Gegenwind Extertal/Rinteln

Anzeige