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Leserbriefe Zahlesel Deutschland?
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13:46 12.04.2010

Will man nun den Zahlesel Deutschland, den man jahrelang „abkassiert“ hat, schlachten? „Hat der Mohr nun seine Schuldigkeit getan“, oder wie anders ist es zu verstehen, wenn die französische Finanzministerin von Deutschland, das von seinen Exporten lebt, fordert, seinen Export einzuschränken?

Frankreich, das noch kurz vor der Euro-Einführung triumphiert hat, das sei wie Versailles – nur ohne Krieg, als Wortführer der Schwachwährungsländer sind plötzlich die deutschen Exporte, die es denen ja gerade erst ermöglicht haben, seit Einführung des Euro sehr gut und weit über ihre Verhältnisse zu leben und die es noch tun, ein Dorn im Auge?

Das muss man sich einmal vor Augen führen, dass derjenige, der durch seine jahrelangen Exportüberschüsse die Defizite der meisten anderen ausgeglichen hat, nun verbal eben dafür abgestraft wird. Wenn diese Überschüsse den Deutschen als größten Nettozahlern, denjenigen also, die sie mehrheitlich erwirtschaftet haben, zugute gekommen wären, würde es sicher sehr viel besser um deren Binnennachfrage stehen – wie Frau Lagard es fordert.

Vielleicht sollte unser westlicher Nachbar einmal seine traditionell stark vom Staat beeinflusste Industriepolitik überdenken und notwendige Reformen dazu auf den Weg bringen, statt sich über die offensichtlich effektivere Volkswirtschaft Deutschlands zu mokieren.

„Deutliche Ungleichgewichte“ zwischen starken und schwächeren Euro-Ländern gab es doch schon vor der Euro-Einführung. Anzunehmen, dass sich das mit einer gemeinsamen Währung vieler Volkswirtschaften ändern würde, war mehr als nur illusorisch. Gegen die Einführung des Euro gab es aus Deutschland rechtzeitig vorher Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht, leider ohne Erfolg – die damaligen Klagebegründungen erweisen sich nun als voll inhaltlich bestätigt. Diese Währungseinheit hatte, aufgrund der viel zu unterschiedlichen Wirtschaftskraft der vielen Teilnehmer, von Beginn an keine Chance. Für den Scherbenhaufen, der jetzt angerichtet ist, gibt es eigentlich nur noch zwei Lösungen, nämlich zum einen eine Aufspaltung der Euro-Zone in einen sogenannten Starkwährungsraum mit den Ländern des ehemaligen DM-Blocks und in einen sogenannten Schwachwährungsraum mit den übrigen Euro-Teilnehmern.

Zum anderen ist es eine Rückkehr zu den nationalen Währungen, die es Ländern wie Griechenland ermöglichen würde, ihre dann wieder eigenen Währungen in der erforderlichen Weise abzuwerten, um auf den internationalen Märkten wieder konkurrenzfähig zu werden.

Klaus Kolbe, Sachsenhagen

(veröffentlicht in der SN-Printausgabe vom 09.04.2010, Seite 5)

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