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Leserbriefe Zerstörung der Kirchengemeinde infolge von Selbstherrlichkeit
Mehr Meinung Leserbriefe Zerstörung der Kirchengemeinde infolge von Selbstherrlichkeit
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21:29 29.03.2019
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Insoweit darf vorausgesetzt werden, dass entsprechendes Hintergrundwissen vorhanden ist.

Zunächst einmal unser Dank an die ehemaligen vier Kirchenvorsteherinnen für das couragierte Verhalten, welches die Damen hier bewiesen haben. Seit dem Wechsel des Kirchenvorstands im Juni 2018 ist in der einst so lebendigen und kritischen Gemeinde nichts mehr so, wie es einmal war. Der „einstige Spirit“, auf dessen Weg Tobias Roggenkamp so gut weitergearbeitet hat, ist dahin.

Seit der unserer Ansicht nach inszenierten „Causa Roggenkamp“ kann sich der kritische Betrachter des Eindrucks nicht erwehren, dass Gemeindeglieder „systematisch von der kirchlichen Obrigkeit gegängelt und mundtot gemacht werden“, anstatt in einen ehrlichen und offenen Dialog mit diesen einzutreten.

Die von den Initiatoren des oben genannten Presseberichts vertretenen Thesen bezüglich ihrer Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit und von Herrn Kühne-Glaser – können unsererseits an dieser Stelle nur vollinhaltlich – aus eigener Erfahrung – bestätigt werden. Insoweit war die eingereichte Dienstaufsichtsbeschwerde unseres Erachtens auch der einzig richtige Weg, hier ein – längst überfälliges – Zeichen zu setzen.

Niemand hat es nötig, sich von der „Kirche im 21. Jahrhundert so behandeln zu lassen, wie es hier geschehen ist und nach wie vor geschieht“. Auf Wiederholungen darf verzichtet werden.

Unsererseits können wir uns des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich bei Tobias Roggenkamp um ein „Bauernopfer“ handelt, der vor dem Hintergrund von mittelfristigen Rationalisierungen innerhalb der Kirche (verbundene Pfarrämter) „weg musste“.

Insoweit wird unsererseits vermutet, dass man der Gemeinde bewusst „Sand in die Augen“ streut, um von der eigentlichen Problematik abzulenken. Es ist nicht auszuschließen, dass der Kirchenvorstand hier sogar noch mitwirkt und den Interessen der eigenen Gemeinde ins Gesicht schlägt. Selbstverständlich verschanzen auch diese Damen und Herren sich hinter einer „Mauer des Schweigens“, weil die eigene Courage fehlt.

Entsprechend belastbare Indizien, so wie es sich bereits im letzten Jahr abzeichnete, verdichten sich – zumindest für den aufmerksamen Beobachter der Entwicklung – immer mehr.

Die Zeit wird es zeigen, ob es sich bei den offiziellen Verlautbarungen (administrative Schwächen und so weiter) womöglich nur um „Nebenkriegsschauplätze“ handelt, welche – zusammen mit dem Kirchenvorstand – aufgebaut wurden.

Eine gemeinsame „Mauer des Schweigens, bis hinauf zur Landeskirche“ ist kein guter Begleiter, um „verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen“, worum Herr Kühne-Glaser in der Vergangenheit mehrfach gebeten hat.

Als jahrzehntelang engagierte Christen haben wir kürzlich eine der schwersten Entscheidungen unseres Lebens getroffen: Wir sind – zunächst temporär – aus der Kirche ausgetreten und werden uns gegebenenfalls zu einer anderen Kirche orientieren.

Wir können diesen Zustand nicht mehr mit unserem Gewissen vereinbaren. Glücklicherweise sind Glaube und Kirche (konkret Kirchenkreis Schaumburg innerhalb der evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover) – zumindest gemäß unserer Einschätzung – zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Anke und Manfred Kant, Helpsen