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Leserbriefe Zwischen Betonbäumen vom grünen Kurpark träumen
Mehr Meinung Leserbriefe Zwischen Betonbäumen vom grünen Kurpark träumen
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13:53 11.03.2018
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Wie viel Flora und Fauna soll denn noch für den Habitus ehrgeiziger Planungsarchitekten und deren ebenso radikal zielstrebiger Auftraggeber ohne ökologisches Gewissen dezimiert werden?

Erst vor wenigen Jahren mussten für die Kurparksanierung aufgrund veralteter Architekturpläne schon zu viele Baumriesen fallen, unter anderem mit dem Argument, der Kurpark sei ursprünglich damals ohne Baumbestand gewesen. Mit dem ewig gestrigen Festhalten und rücksichtslosen Durchsetzen an damals vielleicht großartigen Parkplanungsmodellen sollte der Klimawandel bei diesen Sanierungsmaßnahmen mehr berücksichtigt werden.

Damals gab es im Gegensatz zu heute noch weitaus mehr Wälder, Feldhaine und in Privatgärten auch mehr heimische Baum- und Strauchbestände – kurzum: intaktere Biosphäre und nicht die gefährlich ansteigenden CO2-Emissionen. Mit jedem vernichteten Baum und Strauch versiegen notwendige Sauerstoffquellen und es werden zusätzlich ökotypische Lebensräume nützlicher Insekten, Vogelarten, Fledermäuse und Siebenschläfer dauerhaft zerstört. Meine Vorschläge für alle Jahre wiederkehrende Sanierungen des Kurparkareals wären folgende:

1. Betonbäume und Ytonsträucher lustig grün lackiert mit Rolluntersätzen bestückt, damit diese bei Bedarf weggerückt werden können.

2. Dazwischen diese schönen großen Fotowände von den Süntelbuchen platzieren, damit wir und Folgegenerationen sehen können, wir originale Bäume aussehen.

3. Zu guter Letzt noch diese neumodischen großen Moosgitterkonstruktionen dazwischen klatschen und fertig ist die scheinheilige Illusion.

Weil wir dann zwar leider kein natürliches Vogelgezwitscher mehr hören können, hören wir multimediale Naturklänge aus Kopfhörern, während wir auf Moosgitterbänken zwischen Betonbäumen vom einstmals friedlich grünen heilen Kurpark träumen.

Von Petra Lindau aus Bad Nenndorf