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Der Norden Altenpflegeschüler zahlen nichts mehr
Nachrichten Der Norden Altenpflegeschüler zahlen nichts mehr
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19:32 14.08.2012
Von Gabriele Schulte
„Niedersachsen ist Vorreiter“: David McAllister und Aygül Özkan erläutern die Neuerung. Quelle: Peter Steffen
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Hannover

Der Bedarf an Pflegekräften wächst, das ist unbestritten. Niedersachsen hat jetzt einen weiteren Schritt gemacht, um die Einstiegshürden in den Beruf des Altenpflegers - in der Praxis meist Altenpflegerin - zu senken. Von diesem Schuljahr an muss kein Auszubildender mehr Schulgeld bezahlen. Das haben Ministerpräsident David McAllister und Sozialministerin Aygül Özkan am Dienstag in Langenhagen (Region Hannover) mitgeteilt, wo sie gemeinsam ein Seniorenheim besuchten. Ebenfalls am Dienstag berief die Landesregierung zehn Mitglieder eines Kuratoriums der Stiftung „Zukunft der Altenpflegeausbildung“.

„Das Land hat den Zuschuss zum Schulgeld rückwirkend zum 1.August auf bis zu 200 Euro monatlich angehoben“, sagte McAllister. Da die Privatschulen zwischen 90 und 200 Euro verlangten, seien „faktisch alle Schüler vom Schulgeld freigestellt“. Nach Angaben von Özkan gibt es im Land 57 private und 31 öffentliche Schulen für angehende Pfleger. Knapp zwei Drittel der Schüler besuchten private Einrichtungen.

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Das Land hatte sich seit dem Pflegepakt ab 2009 mit zunächst 50 Euro monatlich pro Schüler an den Kosten beteiligt, der Zuschuss war zuletzt im Februar dieses Jahres auf 160 Euro angehoben worden. Mit der weiteren Erhöhung sei Niedersachsen bundesweit Vorreiter, sagte die Sozialministerin. „Wir haben gesehen, dass die Schulgeldförderung trägt.“ Das gelte auch für Umschulungskosten, die das Land im dritten Jahr übernimmt, bis 2015 wieder der Bund einsteige. Für Niedersachsen sei bis 2020 ein jährlicher Bedarf an 1700 Neueinsteigern in die Altenpflege errechnet worden. Mit zurzeit etwa 1500 neu Ausgebildeten und 400 Umschülern liege man gut im Soll. „Das müssen wir versuchen zu halten oder zu übertreffen.“

Die Schulgeldübernahme entlaste auch ausbildende Betriebe, erläuterte Karsten Neumann vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste. Denn viele hätten es bisher für ihre Auszubildenden übernommen. Befürchtungen, die Privatschulen könnten das Schulgeld nun generell auf 200 Euro erhöhen, teilte er nicht. Nach Angaben des Sozialverbandes Deutschland verlangen einzelne Schulen bereits jetzt 260 Euro pro Monat. Der Beschluss der Landesregierung sei ein „Schritt in die richtige Richtung“, meinte der Vorsitzende Adolf Bauer. Eigentlich sei aber eine grundsätzliche Neuregelung der Pflegeausbildung und vor allem ihrer Finanzierung erforderlich. Auch die SPD-Fraktion im Landtag begrüßte die Entscheidung grundsätzlich. Nötig sei allerdings eine komplette Förderung der Altenpflegeausbildung durch die Bundesanstalt für Arbeit.

Das neue Kuratorium der seit Februar bestehenden Altenpflege-Stiftung soll in den nächsten vier Jahren über weitere Konzepte entscheiden, die Ausbildung attraktiver zu gestalten. Ihm gehören zehn Vertreter von Land und Kommunen, Pflegeanbietern und Kassen an. Sozialministerin Özkan äußerte bei der Vorstellung auch Bedauern. „Als Frauen­ministerin hätte ich mir gewünscht, dass mehr Frauen entsendet worden wären.“ Leider sei nur eine dabei: Claudia Schröder aus ihrem Ministerium.

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