Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Der Norden Atommüll-Endlager: Bürgerinitiative will mehr Zeit nach Zwischenbericht
Nachrichten Der Norden

Atommüll-Endlager: Bürgerinitiative will mehr Zeit nach Zwischenbericht

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:33 22.07.2020
Auf der Suche nach einem Atommüll-Endlager hat die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg Zweifel am Verfahren angemeldet. Quelle: Philipp Schulze/dpa
Anzeige
Hannover

Auf der Suche nach einem Atommüll-Endlager hat die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg Zweifel am Verfahren angemeldet. Dem für Ende September erwarteten wichtigen Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung solle schon etwa zwei Wochen später in Kassel eine Fachkonferenz zu geeigneten Gebieten, den sogenannten Teilgebieten, folgen, kritisierte die von der Bürgerinitiative beauftragte Rechtsanwältin Michéle John am Mittwoch.

Damit die Öffentlichkeit sich beteiligen könne, müsse Zeit zur Vorbereitung und zur Überprüfung der Ergebnisse sein, sagte sie zu einem entsprechen Gutachten. Notwendig und „auch üblich“ sei ein Zeitraum von zwei bis drei Monaten.

Anzeige

Einheitliche Informationslage herstellen

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wies den Vorwurf zu knapp gesetzter Fristen zurück. Tatsächlich seien für die Erörterungen zu den Teilgebieten sechs Monate mit insgesamt drei Terminen vorgesehen, sagte ein Sprecher in Berlin. Der frühe erste Termin diene nur dazu, eine einheitliche Informationsgrundlage herzustellen und das weitere Vorgehen abzustimmen.

Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative, rechnet mit einer hohen zweistelligen Zahl sogenannter Teilgebiete, dennoch sei die Chance „sehr groß“, dass Gorleben im ersten Verfahrensschritt aus der Liste herausfalle. Schließlich sei auf einer Fläche von 7,5 Quadratkilometern keine Tonschicht über dem Salzstock, außerdem gebe es eine tektonische Störungszone und Tiefbohrungen, die bei der Suche nach Öl, Gas und Trinkwasser entstanden sind. Und: „Man weiß, dass der Salzstock nicht tief genug liegt“, sagte Ehmke. „Wir gehen mit der klaren Forderung: "Gorleben muss raus" in den Herbst.“

Jahrzehntelanger Ärger um Gorleben

Um den jahrzehntelangen Ärger um den Standort Gorleben zu beenden, wurde die Endlagersuche neu gestartet. Sie soll nun strikt nach wissenschaftlichen Kriterien und möglichst transparent ablaufen, zudem sollen möglichst alle Parteien mit an Bord sein.

John betonte, die Beteiligungsmöglichkeit bei dem Verfahren sei bindend. Nach Ehmkes Worten will die Bürgerinitiative nicht, dass bei der ersten Fachkonferenz über die Vorlage des Zwischenberichts mehr geschieht. Sollte es dagegen nur um die Vorlage des Berichts gehen, dann kann das nach Einschätzung der Bürgerinitiative auch online geschehen.

Von RND/dpa