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Der Norden Klassenfahrt wird zum Horrortrip
Nachrichten Der Norden Klassenfahrt wird zum Horrortrip
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20:44 16.09.2013
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Bad Schandau/Hamburg

Es sollte die friedliche Abschlussfeier ihrer Klassenfahrt im sächsischen Bad Schandau werden, doch der Besuch eines Stadtfestes endete für einige Hamburger Schüler gewaltsam. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, soll eine Gruppe Neonazis die Jugendlichen auf dem Marktplatz in Bad Schandau abgepasst und mit fremdenfeindlichen Parolen durch die Stadt bis zur Jugendherberge getrieben haben. Dort sollen sich drei noch unbekannte Täter Zugang zur Unterkunft verschafft und einen 15-Jährigen mit Fausthieben auf der Toilette schwer attackiert haben. Das Opfer, das einen chinesischen Vater hat, erlitt eine Augenhöhlenfraktur und einen Bruch des Kiefers. Die Angreifer wurden noch nicht gefasst.

Zunächst war die Polizei nach dem Vorfall, der sich bereits am 7. September ereignet hatte, davon ausgegangen, dass die Verletzungen des Jungen lediglich leicht wären. Das hatte eine Ärztin dem 15-Jährigen nach einer ambulanten Behandlung zunächst attestiert. Am nächsten Morgen trat er mit der Klasse im Bus die Heimreise an. Die Mutter des Jungen veranlasste zu Hause jedoch weitere Untersuchungen in einer Hamburger Klink, in der das Opfer schließlich operiert wurde. Die Ermittlungen führt jetzt das Operative Abwehrzentrum zur Bekämpfung des Rechtsextremismus (OAZ) in Leipzig, weil es sich um eine fremdenfeindliche Attacke gehandelt haben soll. „Wir ermitteln in Hamburg und Bad Schandau auf Hochtouren, dass die Täter gefasst werden. Wir stehen unter enormem Zeitdruck“, sagte eine Sprecherin des OAZ am Montag auf Nachfrage dieser Zeitung. „Wir werden dazu auch weiter die Schüler in Hamburg befragen“, so die Sprecherin weiter. Zum aktuellen Ermittlungsstand wollte sich das OAZ nicht äußern, ließ aber verlauten, dass „es ganz schnell gehen kann, die Täter zu ermitteln.“

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Der Kurort Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz ist in der Vergangenheit mehrfach wegen fremdenfeindlichen Vorfällen in die Schlagzeilen geraten. In der Region erreichten rechtsextreme Parteien bei vergangenen Wahlen Quoten von bis zu zehn Prozent.

Von Johannes Krupp

16.09.2013