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Der Norden Was hat Anis Amri in Hildesheim gemacht?
Nachrichten Der Norden Was hat Anis Amri in Hildesheim gemacht?
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00:15 14.01.2017
Von Michael B. Berger
Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt suchte die Polizei mit diesen Bildern nach dem Täter Anis Amri. Quelle: dpa
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Hannover

Der Berliner Attentäter Anis Amri hatte in der Moschee des „Deutschsprachigen Islamkreises Hildesheim“ einen Kontaktmann, den die Behörden als gefährlich betrachten. Amri selbst ist zweifelsfrei am 12. Februar 2016 in der Moschee fotografiert worden.

Die Identifizierung des damals schon als gefährlich geltenden Amri in Hildesheim hat offenbar aber zu keinen größeren polizeilichen Maßnahmen geführt. Das geht nach HAZ-Informationen aus der mehrstündigen Befragung von Polizei und Verfassungsschutz in der vertraulichen Sitzung des Landtags hervor, die am Dienstag stattfand.

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Im Landtag in Hannover wurde auch die Frage aufgeworfen, ob Amri sogar nach dem Lkw-Attentat in Berlin in Hildesheim aufgetaucht ist und von dort weiter gereist ist. Ermittler haben ein „ungutes Gefühl“, aber wohl gar keine Klarheit. Unklar ist auch, wie eng der Kontakt zum Kontaktmann war, den die Ermittler als „relevante Person“ eingestuft hatten. Der Salafist lebt in Hildesheim und soll schon einiges „auf dem Kerbholz“ haben.

Nach der Sitzung, die im abhörsicheren Raum des Landtages stattfand, gab es eine politische Diskussion um den Ertrag der Unterrichtung. CDU-Geschäftsführer Jens Nacke zeigte sich „entsetzt“. Nacke fühlt sich in eigenen Annahmen bestätigt, dass Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius die Bedeutung Hildesheims für die Islamistenszene unterschätzt habe. „Ich habe den Eindruck, dass die nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden besser über die niedersächsische Salafistenszene Bescheid wissen als das hannoversche Innenministerium.“ Man habe sich auf die Kollegen aus Düsseldorf verlassen, obwohl Hildesheim als Hotspot islamistischer Terroristen gelte.

Überholte Bild-Auswertung?

FDP-Chef Stefan Birkner findet, dass die Methoden des Verfassungsschutzes offenbar „im RAF-Zeitalter stehen geblieben“ seien. So hätten Fotos „händisch“ ausgewertet werden müssen. „In anderen Bundesländern bekannte Gefährder können in Niedersachsen angeblich nicht identifiziert werden, weil das Niedersächsische Verfassungsschutzgesetz einen automatisierten Abgleich von deren Bildern mit dem Bildmaterial aus Observationen nicht zulässt.“ Gefährder würden mit diesen überholten Methoden nur „nach dem Prinzip Zufall“ erkannt, erklärte Birkner.

„Unsicheres Niedersachsen

Dem widersprach der Grüne Helge Limburg. „Von Zufall kann hier keine Rede sein.“ Auch der SPD-Abgeordnete Ulrich Watermann betonte, dass die niedersächsischen Behörden richtig gehandelt hätten. „Die Opposition ist sich nicht zu schade, das feige Attentat in Berlin zum Anlass zu nehmen, an der Legende vom unsicheren Niedersachsen zu stricken.“

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