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Der Norden Das Rätsel um die Schlieffen-Kaserne
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21:49 20.01.2014
Von Karl Doeleke
In der Vergangenheit wurde auf dem Gelände der Schlieffen-Kaserne in Lüneburg sogar ein Containerdorf für die Castor-Polizisten errichtet. Quelle: dpa (Archiv)
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Lüneburg

Die Nutzung der  2002 von der Bundeswehr verlassenen Schlieffen-Kaserne für den Wohnungsbau verhindere das Bundesinnenministerium. Das Gelände werde für die Unterbringung von bis zu 5000 Bundespolizisten vorgehalten.

Tausende Bundespolizisten in der Nähe von Gorleben – im Wendland zeigt so eine Äußerung sofort Wirkung. Seit dem Interview steht für die örtliche Bürgerinitiative Umweltschutz endgültig fest, dass es auch 2015 einen Atommülltransport nach Gorleben geben soll. Kurz zuvor hatte Greenpeace die Gerüchte mit der Meldung angeheizt, im kommenden Jahr kämen mittelradioaktive Abfälle aus der französische Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben. Der Salzstock im Wendland sei das einzige genehmigte Zwischenlager für Castor-Transporte aus Frankreich.

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Laut Greenpeace hat der frühere Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) Niedersachsen bewusst getäuscht. Nur unter der Zusage, dass vorerst keine weiteren Transporte kommen, hatte Niedersachsen dem Endlagersuchgesetz im vergangenen Jahr zugestimmt.
Das Bundesumweltministerium konnte sich am Montag auf Anfrage nicht äußern.

Das Innenministerium in Hannover teilte mit, über Pläne für einen Castor-Transport nach Gorleben im Jahr 2015 sei nichts bekannt. Auch das Umweltministerium in Hannover wusste gestern nichts von derartigen Plänen. Es sei zwischen Bund und Ländern vereinbart, dass es keine weiteren Transporte rollen, bis es eine endgültige Entscheidung über ein Endlager gebe. „Deshalb wird ja auch in anderen Ländern nach Zwischenlagern gesucht“, sagte Ministeriumssprecher Rudi Zimmeck.

Lüneburgs Oberbürgermeister Mädge stellte gestern klar, dass er vom Jahr 2015 nie gesprochen habe. „Es ging allein um die Tatsache, dass wir seit Wochen und Monaten immer nur in Watte stechen bei der Frage, wann wir das übrige Gelände der ehemaligen Schlieffen-Kaserne städtebaulich weiterentwickeln können.“ Gleichzeitig scheint der OB Zweifel zu haben, ob das Transport-Moratorium noch Bestand hat: „Andererseits heißt es regelmäßig, das Gelände werde noch von der Bundespolizei benötigt, und wir bekommen kein Datum, wann wir mit der Arbeit beginnen können. Angesichts der Meldungen von Greenpeace und anderen fragt man sich dann, welches Puzzle sich da zusammensetzt.“

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