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Der Norden Emsland fordert Entschädigung für CO2-Emissionen beim Moorbrand
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Emsland will Entschädigung für CO2-Emissionen beim Moorbrand

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22:01 20.05.2021
Im Spätsommer 2018 brannte das Moor auf einem Bundeswehrgelände im Emsland über mehrere Wochen. Dabei wurden etwa 637.000 Tonnen CO2 ausgestoßen. Das will der Landkreis sich jetzt vom Bund entschädigen lassen.
Im Spätsommer 2018 brannte das Moor auf einem Bundeswehrgelände im Emsland über mehrere Wochen. Dabei wurden etwa 637.000 Tonnen CO2 ausgestoßen. Das will der Landkreis sich jetzt vom Bund entschädigen lassen. Quelle: Lars Schröer/dpa
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Meppen

Der Landkreis Emsland will wegen eines mehrwöchigen Moorbrandes auf einem Bundeswehrgelände im Spätsommer 2018 vom Bund eine Entschädigung für die dort entstandenen CO2-Emissionen. Der klimaschädliche Ausstoß von 637 000 Tonnen CO2-Äquivalenten sei dokumentiert und bestätigt, sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Meppen. „Unverständlich ist, dass die Bundeswehr den von ihr verursachten Moorbrand quasi als natürliches Brandereignis einstuft und einen Ausgleich der entstandenen Schäden verneint.“

Das widerspreche klar den Versprechen, die die damalige Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor Ort gegeben habe, hieß es beim Landkreis. Zuerst hatte der NDR über die Forderung des Landkreises an die Bundeswehr berichtet.

Gespräche mit Bundeswehr in Planung

Dem NDR-Bericht zufolge lehnt die Bundeswehr eine Entschädigungszahlung ab. Die Emissionen des Moorbrands fielen nicht unter das EU-Emissionshandelssystem, teilte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums dem NDR in Niedersachsen mit. Für einen finanziellen Ausgleich gebe es somit keine gesetzlichen Grundlagen.

Der Landkreis sieht die politische Verantwortung für den Brand weiterhin beim Verteidigungsministerium und will an der Forderung festhalten, die Emissionsbelastungen auszugleichen. Der Landkreis wolle nun mit Dienststellen der Bundeswehr ins Gespräch kommen, sagte die Sprecherin.

Bundeswehr konnte Brand wochenlang nicht löschen

Anfang September 2018 war bei einem Waffentest ein Moorbrand ausgebrochen, den die Bundeswehr mehr als einen Monat lang nicht löschen konnte. Der Rauch war über weite Teile Nordwestdeutschlands gezogen und auch auf Satellitenaufnahmen aus dem Weltall zu sehen. Zeitweise herrschte in den angrenzenden Gemeinden Katastrophenalarm.

Von RND/dpa