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Der Norden Fahrdienst vergisst neunjährigen Autisten in Hildesheim
Nachrichten Der Norden Fahrdienst vergisst neunjährigen Autisten in Hildesheim
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00:21 17.06.2019
Simon und Silke Leyhausen aus Peine sind entsetzt darüber, dass der Fahrdienst nicht zuverlässig ist. Quelle: privat
Peine/Hildesheim

Familie Leyhausen ist sauer: Sohn Simon wird täglich von der Firma Yellow Car in Peine abgeholt und ins Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Hildesheim (LBZH) hin und wieder zurück gebracht. Eigentlich. Denn neulich stand der Neunjährige zwei Stunden in Hildesheim herum, weil der Fahrdienst ihn vergessen hatte. „Wie kann das sein? Sind unsere Kinder nur ein Mittel zum Geld verdienen?“, fragt sich Mutter Silke Leyhausen.

Vorfall nicht der erste seiner Art

Der Vorfall sei nicht der erste seiner Art gewesen, klagt Leyhausen an. „Simon sollte wie gewohnt um 14 Uhr zu Hause sein. Als er dann um 15 Uhr immer noch nicht da war, riefen wir bei Yellow Car an, um uns wieder einmal nach dem Verbleib unseres Sohnes zu erkundigen. Der Chef hatte keine Ahnung wo seine Mitarbeiter gerade sind und was passiert ist, dass die Schüler nicht pünktlich sind. Er empfahl, mich an die Schule zu wenden. Also rief ich im LBZH an. Dort wurde vermutet, dass die Schüler bereits das Gelände verlassen haben. Inzwischen hatte sich eine weitere Mutter gemeldet, da auch ihr Kind nicht zu Hause angekommen ist. Die Schule versicherte uns, sich darum zu kümmern“, schildert Leyhausen die Situation. Die Panik um die Kinder sei mit jeder Minute größer geworden, da niemand wusste, wo die Schüler sind.

Zwei Stunden in Hildesheim gewartet

„Zwischenzeitlich rief ich nochmals bei Yellow Car an, und es stellt sich zu meinem Entsetzen heraus, dass die Kinder in Hildesheim vergessen wurden. Die lapidare Erklärung des Unternehmens war, dass zwei Touren vertauscht wurden. Der Fahrer wäre inzwischen aber wieder auf dem Weg nach Hildesheim. Mittlerweile war es 15.20 Uhr, und die Kinder standen seit zwei Stunden in Hildesheim und warteten – zum Glück mit einer Aufsichtsperson, wie mir das LBZH versicherte. Um 16.10 Uhr war unser Sohn endlich zu Hause – um 13 Uhr war Schulschluss“, erinnert sich Leyhausen und ist erschüttert.

Sehr traumatisches Erlebnis

Doch damit nicht genug, denn der neunjährige Simon hat autistische Züge, und so fällt es ihm aufgrund seiner Wahrnehmung oft nicht leicht, in der Schule etwas zu essen. „So auch an diesem Tag, und somit hatte er seit der Frühstückspause weder Essen noch Trinken. Weiter kam hinzu, dass die Akkus seiner Hörprothese ebenfalls leer waren, so dass das ,einfache Vergessen’ für Simon ein sehr traumatisches Erlebnis war“, heißt es weiter.

Yellow Car hüllt sich in Schweigen

Torsten Wirth, Inhaber von Yellow Car, wollte sich auf Nachfrage nicht weiter zu dem Vorfall äußern. „Es ist noch in der Klärung, und da sind auch ein paar rechtliche Dinge zu besprechen, so dass ich dazu nichts weiter sagen möchte.“

Von RND/Kathrin Bolte

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